Ausgabe 184, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Krachai?

Eiskaltes Händchen: Der Krachai wirkt mit seinen rosavioletten Blüten auf den ersten Blick wie eine hübsche, tropische Orchidee.

Text: Daniela Almer     Fotos: Claudio Martinuzzi

Chinesischer Ingwer

Die mehrjährige, krautige Pflanze gedeiht in Lagen von 1000 Metern, wo sie bis zu 50 Zentimeter groß werden kann, und zählt zur Familie der Ingwergewächse. Wie beim klassischen Ingwer wird auch beim Krachai der Wurzelstock (Rhizom) als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Wären die Rhizome nicht gern gesehene Zutaten in der südostasiatischen Küche oder als Heilpflanzen in China beliebt, könnten sie sich aufgrund ihrer Form mühelos als Statisten in Horrorfilmen verdingen.

Dabei spiegelt die Bezeichnung Fingerwurz treffend die optische Beschaffenheit des Rhizoms wider: Es wirkt wie Tentakel oder Bündel von schlanken Fingern.  Der Krachai, der übrigens „Gratschai“ ausgesprochen wird, war ursprünglich in den bergigen Regionen Chinas beheimatet. Heute wird er in fast ganz Südostasien angebaut, unter anderem in Thailand, Indien, Sri Lanka und Indonesien.

Krachai

In der Küche wird das frische Rhizom gerne bei Currypasten eingesetzt, wie beispielsweise in der kambodschanischen Kroeung-Paste, der thailändischen Nam-Ya-Paste oder in der Rempah-Paste in Indonesien und Malaysia.

Mit Abstand am liebsten wird der Chinesische Ingwer jedoch in der thailändischen Küche verwendet. In feine Scheiben geschnitten, wird er hier auch roh zu Gerichten serviert oder dient bei Huhn- und Fischspeisen zum Verfeinern.

In China findet der Krachai hingegen nur als Heilmittel in der Naturmedizin Anwendung. Der aromatische Wurzelstock, der ätherische Öle wie Kampfer enthält, soll bei Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Magenschmerzen und Durchfall wirken.

Außerdem wird Krachai ein krebshemmender Effekt nachgesagt.  Geschmacklich kann der Krachai im Vergleich zum klassischen Ingwer als weniger brennend und erdiger beschrieben werden. Es empfiehlt sich in unserer heimischen Küche, den Krachai in frischer und nicht getrockneter Form einzusetzen, da er sonst einen „medizinischen“ Geschmack annimmt. 

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20.01.2016