Ausgabe 185, POS 4 Karriere

René Redzepi: Total MAD im Kopf

Vom „Robbenficker“ zur richtungsweisenden Ikone, dazwischen Tiefschläge und Triumph. Wo das alles hinführt …

Text: Katharina Wolschner     Fotos: Monika Reiter

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Kontrollierter Wahnsinn

René Redzepi ist irre. Nicht durchgeknallt oder zugedröhnt so wie Alvin Leung oder Anthony Bourdain. Sondern einfach irre. Und das nicht einmal absichtlich. Man mag vermuten, dass es ihm selbst nicht einmal auffällt. Er macht kein Aufheben um seine Person, seine Kochjacke ist am Kragen verschlissen, seine Schürze, sagen wir mal so, mit Alltagsspuren vom Herd versehen. Als es ihm auffällt, dreht er sie einfach auf links. Schließlich geht es ihm um etwas ganz anderes als ein (Saubermann-)Image. Mit dem schafft er es zwar in seinem zweiten, gerade eröffneten Pop-up in Sydney die 5500 verfügbaren Plätze in weniger als zwei Minuten zu verkaufen, was ihn verlegen macht und ihn freut, aber das ist nicht der Grund, warum er mit rund 100 Mitarbeitern und deren Familien für vier Monate nach Australien zieht.

Es ist seine irre Besessenheit. Die von neuen Erfahrungen, neuen Produkten und auch der Reiz, sein Küchen-Konzept auf unbekanntem Terrain umsetzen zu können. Was er bereits im Vorjahr in Japan gezeigt hatte, aber einmal ist eben vielleicht nur Zufall, ein zweites Mal gilt es als bewiesen...

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10.02.2016