Ausgabe 187, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Borojo?

Auf die inneren Werte kommt es an: Die Borojo-Frucht ist ein medizinisches Allroundtalent und gilt in Kolumbien als heiß begehrtes Aphrodisiakum.

Text: Daniela Almer     Fotos: Monika Reiter

Borojo

Schönheit kommt von innen

Dass man im Leben nicht immer nach dem Aussehen gehen darf, davon kann die Borojo ein Liedchen singen. Im reifen Zustand werden diese exotischen Früchte nämlich braun und schrumpelig. Ausschließlich im westlichen Kolumbien und in Panama beheimatet, gelten Borojos somit nicht unbedingt als optischer Leckerbissen.

Aber dafür zählen die inneren Werte umso mehr: Da sie einen hohen Anteil an Vitamin A und C aufweisen, über essenzielle Fettsäuren verfügen und reich an Eisen, Magnesium, Kalzium, Zink und Phosphor sind, schätzt man sie als medizinisches Allroundtalent. Aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wird Borojos unter anderem eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben. Sie sollen außerdem den Zuckerhaushalt im Blut ausgleichen, das Hungergefühl eindämmen und bei bronchialen Beschwerden ein wirksames Mittel bieten.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Borojo aber nicht, weil sie eine natürliche Alternative zum Medizinschrank bildet, sondern wegen ihrer aphrodisierenden und stark potenzsteigernden Wirkung. Die Kolumbianer schwören jedenfalls auf das Fruchtmark der Borojo, das als Saft oder Milchshake getrunken wird.

Es wird gemunkelt, dass der Borojo-Fruchtsaft, der auch „Jugo del amor“ (Liebessaft) genannt wird, in der kolumbianischen Nachtszene öfter über die Ladentheke geht als andere potenzsteigernde Mittelchen, die unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen können.

Borojos wachsen auf dem zwei bis fünf Meter hohen, immergrünen Borojobaum, der eine Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent und eine durchschnittliche Temperatur von 25 Grad benötigt, um gedeihen zu können. Das Fruchtfleisch der Borojo ist ähnlich cremig wie das der Avocado und enthält viele Kerne.

Geschmacklich sind Borojos leicht säuerlich. Daher werden die Borojo-Fruchtsäfte mit Honig, Orangen oder anderen süßlichen Leckereien verfeinert. Die Früchte werden aber auch zu Marmelade, süß-sauren Saucen wie Chutneys oder zu Gelee verarbeitet.

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18.03.2016