Ausgabe 188, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Tamarillo?

Obst oder Gemüse? Die exotische Tamarillo oder Baumtomate hat es jedenfalls in sich und peppt Salate, Beilagen und Desserts gehörig auf!

Text: Daniela Almer     Fotos: Claudio Martinuzzi

Tamarillo„Millionenshow“-Frage

Was ist die Tamarillo denn nun? Obst oder Gemüse? Diese Frage könnte einen Kandidaten bei der beliebten TV-Sendung „Millionenshow“ zur Verzweiflung bringen, wenn man den 50:50-Joker eingesetzt und nur mehr diese zwei Antwortmöglichkeiten hat.

Bei der botanischen Zugehörigkeit sind sich aber immerhin die Experten einig: Die Tamarillo heißt zwar ursprünglich Baumtomate und ist als Nachtschattengewächs eng mit der Tomate und der Kartoffel verwandt, zählt aber trotzdem zu den Früchten. Genauer gesagt ist die Tamarillo die Beerenfrucht eines immergrünen, bis zu sechs Meter hoch wachsenden Strauchs.

Die Tamarillo stammt aus den peruanischen Anden und wurde von den Indios schon seit Jahrhunderten kultiviert. Heute wird die Tamarillo rund um den Erdball angebaut. Nachdem die Baumtomaten am besten in höheren Lagen gedeihen, ist ihr Anbau im Gebirge Afrikas und in Neuseeland besonders häufig. Aus Neuseeland kommt auch ihr seltsam anmutender Name Tamarillo, der auf Züchter der Baumtomate in den 1960er-Jahren zurückgeht.

Tamarillos werden ungefähr acht bis zehn Zentimeter groß und haben eine glatte, feste Schale, die je nach Reifegrad gelb, orange, rot oder violett sein kann. Sie ist im reifen Zustand dunkelrot und hat eine pflaumenartige Konsistenz, der Kern ist dunkel und saftig. Die überreife Frucht ist leicht runzelig, dagegen ist die unreife Frucht sehr hart, grün und ziemlich bitter. Es gilt: Je weicher die Frucht, desto süßer ist sie auch.

Die Tamarillo steht in den europäischen Breitengraden eher selten auf dem Speiseplan. Dabei könnte sie es dank ihres hohen Vitamin-C-Gehalts mit so mancher Zitrusfrucht aufnehmen. Die Zubereitung der Tamarillo ist ähnlich einfach wie bei Tomaten, mit dem Unterschied, dass man der Tamarillo nach dem Waschen die Schale abziehen muss – sie ist zwar dünn, aber extrem zäh und darum nicht genießbar.

Die Tamarillo ist schon im rohen Zustand sehr lecker. Sie wird einfach halbiert und kann dann wie eine Kiwi ausgelöffelt werden. Gern werden die Tamarillos in Salaten serviert. Aber auch als Beilage zu Fleisch, in Brotaufstrichen, Saucen oder Desserts sind sie ein Hit!

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07.04.2016