Ausgabe 191, Porträts

Syrco Bakker: Vom Tellerwäscher zum Sternekoch

Ausnahmetalent in Action: Bei den CHEFDAYS begeisterte Syrco Bakker mit multikulturellem Produktwahn und inspirierender „Yes, we can“-Mentalität.

Text: Daniela Almer     Fotos: Monika Reiter

Syrco Bakker war Speaker bei den CHEFDAYS 2016.

Von bescheidenen Anfängen und genialen Mentoren

Wer Geld haben will, muss dafür auch arbeiten!“ Mit dieser Erkenntnis aus seiner Jugend outete sich Syrco Bakker gleich zu Beginn seines Vortrages als Pragmatiker mit eisernem Arbeitswillen. Und mit Bakker betrat ein Speaker die CHEFDAYS-Bühne, dem unter anderem gerade diese Charaktereigenschaft zu einer unglaublich steilen Karriere verhalf: vom Tellerwäscher zum Sternekoch.

Dass das keine abgedroschene Floskel ist, die die sensationelle Karriere des heute 31-Jährigen nachträglich schönfärbt, beweist eindrucksvoll seine Vita. Nach bescheidenen Anfängen als Tellerwäscher schaffte Bakker mit 27 Jahren den Aufstieg zum Sternekoch im viel gepriesenen holländischen Restaurant Pure C und er gilt zu Recht als das heißeste Eisen aus der Schmiede von Kultkoch und Pure-C-Gründer Sergio Herman.

Wer Bakker in Action erlebt, versteht, warum er als faszinierendes Ausnahmetalent hochgelobt wird: Dieser Mann vibriert förmlich auf der Bühne, sein Enthusiasmus überträgt sich auf das Publikum und nach ein paar Minuten kann man nicht mehr still sitzen und will sofort ins Pure C, von dem Syrco Bakker mit so viel Begeisterung erzählt und wo er seine verspielt-komplexe Küchenlinie mit kreativer Leichtigkeit auf den Teller bringt.

Während Bakker ruhelos auf der Bühne auf- und abwandert und sich abwechselnd dem Publikum und seinem Sous Chef Thijs Baert widmet, der das erste Gericht für die Cooking Demonstration vorbereitet, lässt Bakker seine beruflichen Anfänge Revue passieren.

Er erzählt vom Besuch der Hotel-Managementschule und vom anschließenden Traineeship bei Jonnie Boer im sternegekrönten Restaurant De Librije, wo ihm endgültig klar wurde, dass er gerne täglich mit den besten Produkten arbeiten und neue Geschmäcke erforschen will.

Nach einem weiteren Jahr im De Librije und Stationen bei Jean-Georges Klein und Gordon Ramsay kam es zur schicksalhaften Begegnung mit Sergio Herman im 3-Sterne-Restaurant Oud Sluis, wo Bakker nach Jahren als Küchen-Nomade sesshaft wurde. Und als es nach drei Jahren so aussah, als hätte er mit seiner Position als Sous Chef im Oud Sluis die „damals mögliche Spitze des Unternehmens“ erreicht, überraschte ihn Sergio Herman mit einem gastronomischen Konzept, dem Bakker nicht widerstehen konnte und für das er heute lebt.

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09.06.2016