Ausgabe 192, F&B Know-how, Porträts

Marc & Philipp: Flaschenkinder

Jedes Etikett handgeklebt, jede Zitrone selbst gepresst, jede Flasche mit Muskelkraft verkorkt: Das ist handmade für das Cocktail-Unternehmen Marc & Philipp.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Marc & Philipp

Marc & Philipp: Flaschenkinder

Rebellen im Keller

Acht schmale Stufen hinab, an unzähligen Getränkekisten vorbei – Vorsicht, nicht über den vollgestellten Treppenabsatz stolpern –, vier, fünf Schritte nach rechts und da steht das Schmuckstück: die Abfüllanlage von Marc und Philipp. Es klebt am Boden, das Licht flackert. Überall Kisten. Überall verkorkte Flaschen mit bunten Flüssigkeiten ohne Etikett. 

Mittendrin steht eine irgendwie gar nicht so beeindruckende silberne Maschine. Ganz schön unscheinbar. Trotzdem ist es das Gerät, das am meisten Aufmerksamkeit geschenkt bekam im letzten Jahr. Denn sie ist widerspenstig: „Im letzten Jahr waren Nachtschichten bis 5 oder 6 Uhr am Morgen keine Seltenheit“, schildert der eine Namensgeber der Cocktails in Flaschen Marc Flogaus die Arbeitsintensität, die im Produkt steckt. 

Flogaus ist Besitzer und Koch des Restaurants Metzger & Marie in Köln. Dort ist er auch immer anwesend, wenn das Lokal geöffnet ist. In der restlichen Zeit werkelt er: „Explosionen bei Pasteurisierungsversuchen und fliegende Korken wegen Druckfindungsproblemen inklusive.“ Aber wie jeder Technikfreak und Perfektionist gehört auch bei Flogaus das Motto „Geht nicht, gibt’s nicht.“ zur Tagesordnung.

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30.06.2016