Ausgabe 193, Porträts

Was nun, Herr Trettl?

Man lebt nur einmal: Roland Trettl im Interview über den Mut zur Selbstverwirklichung, schlechte TV-Formate und literarischen Nachschlag.

Text: Daniela Almer     Fotos: Helge O. Sommer, Helge Kirchberger, SAT. 1/Arne Weychardt, SAT. 1/Benedikt Müller, Claudio Martinuzzi, Monika Reiter

Porträt von Ex-Executive-Chef des Hagar-7 Roland Trettl

Sie hatten jahrelang einen der begehrtesten, aber auch herausforderndsten Jobs der Branche: Executive Chef im Hangar-7. Wie war die erste Zeit nach Ihrem Abschied?
Roland Trettl: Megaentspannt. Ich hatte zuerst Angst, dass ich in ein Loch fallen könnte. Ich habe den Hangar-7 verlassen, ohne zu wissen, wie es beruflich weitergeht. Ich wollte einfach mal weg und Abstand gewinnen von allem und mir darüber klar werden, was ich eigentlich möchte. Ich bin aber sehr entspannt in das Ganze reingegangen. Das war auch deshalb möglich, weil ich eine Frau an meiner Seite habe, die mir wegen meiner Entscheidung weder Druck gemacht noch Angst eingeredet hat.

Inzwischen haben Sie sich beruflich ja auf vielen Spielwiesen ausgetobt. Was haben Sie alles gemacht?
Trettl: Ich habe Sachen in Angriff genommen, die mich schon immer gereizt haben. Zum Beispiel das Tischlern. Noch zur Hangar-7-Zeit habe ich einen Tischler kennengelernt, der die Tischlerarbeiten im Lokal gemacht hat. Dieses Handwerk hat mich schon immer interessiert. Im Dezember 2013 habe ich im Hangar aufgehört und im Jänner habe ich dann gleich mein Tischlerpraktikum gestartet. Noch während des Praktikums habe ich mit meinem Freund Markus Meindl ausgemacht, dass ich gerne mal dabei sein möchte, wenn er eine Lederjacke produziert. Ich wollte bei allen Arbeitsprozessen dabei sein und meine eigene Lederjacke herstellen. Fast zwei Jahre lang habe ich auch bei der Feinkäserei Capriz in Südtirol mitgemacht. Da war ich in der Käseproduktion mit eingebunden und durfte immer wieder auch selbst Käse machen. Nach und nach kamen auch Jobs wie Auftritte bei Events oder Vorträge.

Sie sind auch Markenbotschafter für den Gemeinschaftsverpfleger Sodexo. Ein großer Schritt von der Spitzen- zur Systemgastronomie. Haben Sie keinen Bock mehr auf Elite?



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22.07.2016