Ausgabe 196, F&B Know-how

Das Food sei mit dir

Und mit deinem Geiste: Zwischen veganen Weltverbesserern und Superfood-Fans tummeln sich die Fleischverfechter und Food-Festival-Hipster. Ein Versuch der Antwort auf die Frage des Glaubens der neuen Foodamentalisten.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Shutterstock

Fanatismus im Esszimmer

Muss man im Reisepass neben der Religions- und Staatszugehörigkeit bald auch seinen Ernährungsstil eintragen? Dann bekommen Veganer, Fleischfresser, Smoothieschlürfer, Clean-Eater, Low-Carb, High-Carb, Middle-Carb, Paleo, Nose-to-tail-Allesfresser oder Superfoodies ihr eigenes Abteil im Zug, damit bloß kein Streit entsteht, wer sich jetzt gesünder, umweltbewusster, tierfreundlicher, gesellschaftstauglicher oder einfach mal banal besser als alle anderen ernährt. 

Denn da hat jeder einzelne Mitstreiter seine eigene Meinung. Basierend auf … nichts. Keine Studien beweisen irgendwas. Die Ernährungswissenschaft ist wohl neben der Theologie die schwammigste unter den universitären Lehrgängen. Für (fast) jede Studie, die das eine oder andere Lebensmittel mit positiven Auswirkungen auszeichnet, gibt es mindestens drei – plus einen Brigitte-Artikel –, die das Gegenteil beweisen. 

Fazit dementsprechend (fast) immer: Ausgewogene Ernährung ist der Heilige Gral. Wer sich nur von pflanzlichen Produkten ernährt, wird genauso gesundheitliche Nebenwirkungen zu spüren bekommen wie Menschen, die jeden Abend ein ganzes Wildschwein verschlingen, mit der Begründung, dafür seien die Reißzähne schließlich da.

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22.09.2016