Ausgabe 197, F&B Know-how, Management-Tipps

Anbaumethoden der Zukunft

Mehr Menschen, weniger Platz: Schlechte Zeiten für den Lebensmittelanbau. Die wachsende Bevölkerung will trotzdem gefüttert werden. Ein Blick in die Zukunft verrät, wie das möglich ist.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Shutterstock, Seawater Greenhouse, VVV Texel/www.texel.net, Seawater Greenhouse, ECF Farmsystems, Edith Held, Kono Designs LLC, Tochimichi Sakaki, Nicolas Souchko Architecture

Runde begrünte Flächen in der Wüste

Status quo

„Iss deinen Teller auf – in Afrika hungern Kinder“, klingt der Spruch der Mamas und Omas noch jahrzehntelang in den Ohren satter Kinder. Problematisch sind die Zahlen der hungernden Menschen bis heute. Bis 2050 soll es noch schlimmer werden. Das liegt an der wachsenden Weltbevölkerung, an der Urbanisierung und der Verteilungsproblematik. 

Armut ist nach wie vor der Hauptgrund des Hungers: kein Geld, um Nahrungsmittel zu kaufen, keine landwirtschaftliche Bildung wie das Wissen um die ertragreiche Bewirtschaftung der Flächen oder die Lagerung von Lebensmitteln. Es wird in den Krisenregionen Afrika und Asien also nicht nur weniger angebaut, es schimmelt auch noch weg oder ist von Schädlingen befallen. Lösungsansätze gibt’s viele, Sinn machen nur wenige.

Wer hat nicht aus Trotz der Mama geantwortet, sie könne das Essen ja an die Kinder schicken. Auf die Idee ist auch schon die Politik gekommen: Leider wird eine Zusendung von Lebensmitteln bei zehn Milliarden Menschen, die laut Schätzungen 2050 auf der Erde leben werden, nicht ausreichen. Es zertstört noch dazu die inländischen Märkte, weil die Lebensmittel aus dem Ausland billiger verkauft werden. 

Dann schicken wir eben Wasser und Düngemittel? Das bringt nur kurzfristigen Erfolg, weil die Ackerböden vom Dünger angegriffen und dann unbrauchbar werden. Auch die Erweiterung der Ackerflächen macht wenig Sinn, da dafür Wälder abgeholzt werden müssen. Die gerodeten Flächen verringern die Artenvielfalt und verändern die Ökosysteme. 

Aber in Industriestaaten sieht es ähnlich verzwickt aus: Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, weniger Landwirte bewirtschaften größere Flächen, die irgendwann durch Dünger und Monokulturen unbrauchbar werden. Quintessenz der Schwarzmalerei: Mehr Menschen in Städten, zu wenige Lebensmittel überall. Wissenschaftler, Architekten und Landwirte versuchen zu helfen: auf teilweise futuristische Art und Weise. Manche Zukunftsaussichten haben aber durchaus Potenzial. Welche das sind und woher das Gemüse der Zukunft kommt, im Überblick.

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13.10.2016