Ausgabe 198, Karriere-Tipps, Arbeiten im Ausland

Arbeiten in der Wintersaison

Der Berg ruft: Eine Wintersaison lang arbeiten bedeutet mindestens genauso viel Spaß wie Schnee und die perfekte Ausgangsposition für eine steile Karriere!

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Claudio Martinuzzi, Arlberg1800 Resort, Günter Standl/www.guenterstandl.de, Mühlbacher Rupert GAS, Shutterstock, Dominik Steiner

Auf die Piste!

Headhunter Christian Schweinzer ist Kopf von Blackrock Careers und weiß ganz genau, was auf arbeitswütige Bewerber in der Wintersaison wartet – harte Arbeit und viel Spaß.

Es ist schon November. Ist es nicht schon viel zu spät für eine Bewerbung für die Wintersaison? 
Christian Schweinzer: Nein, absolut nicht. Klar werden schon im Sommer die ersten Jobs vergeben, aber für Kurzentschlossene finden sich auch noch bis Mitte Dezember viele verschiedene Arbeitsmöglichkeiten in der Wintersaison. 

Wie lange dauert eine Saison? 
Schweinzer: Die Saison beginnt mit dem Aufsperren der Lifte meist Ende November bis Mitte Dezember und dauert bis zur Woche nach Ostern. Als Bewerber sollte man sich auch genau diese Zeit freihalten, da es im Lebenslauf einfach nicht gut aussieht, wenn man frühzeitig abgebrochen hat. Dann fangen bei kommenden Arbeitgebern die Alarmglocken an, was die Gründe für einen Abbruch waren. Anders herum weiß jeder Arbeitgeber, dass Menschen, die in der Wintersaison gearbeitet haben, stressresistent und flexibel sind. Also sehr positive Eigenschaften, die kommende Karrierechancen verbessern.

Wie empfinden die meisten Neulinge den Start in die Wintersaison? 
Schweinzer: Die ersten Wochen sind für die meisten sehr hart. Eine neue Umgebung, viel Arbeit aufgrund der Feiertage im Dezember bis zum Heiligedreikönigstag Anfang Januar und die Einarbeitungsphase ist oft sehr kurz – aber nach den Feiertagen wird es wieder ruhiger. Die Devise heißt also „Augen zu und durch“. Oft bekommen wir von Hotels noch vor dem 24. Dezember Anfragen, ob es noch Bewerber gibt, weil es einige nicht schaffen oder gar nicht erst antreten. 

Wie sehen die Arbeitszeiten in der Wintersaison aus? 
Schweinzer: Das ist eine Verhandlungssache. Allerdings werden in den meisten Unternehmen 5,5- oder 6-Tage-Wochen vorausgesetzt. Das bedeutet natürlich etwas weniger Freizeit als in Jahresbetrieben, aber auch mehr Geld. Wegen der Stoßzeit besteht der erste Urlaubsanspruch meist erst im Januar. Da muss man schon mit zehn bis zwölf Stunden rechnen. Verhandlungssache ist außerdem, ob man die Überstunden ausbezahlt oder ausgeglichen bekommt. Bei manchen Betrieben sind Überstunden auch schon im Gehalt berücksichtigt. Da heißt es, den Vertrag genau zu lesen, damit es nicht zu Unklarheiten kommt.

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02.11.2016