Ausgabe 198, Porträts

Christian Bau: Authentisch gegen alle Widerstände

Für seine Maxime des perfekten Genusses setzt sich Christian Bau gerne einmal bei Kollegen in die Nesseln. Kritiker hat der 3-Sterne-Koch längst überzeugt.

Text: Marion Wolf     Fotos: Marc Müller Photography / Red Bull Hangar-7, Helge Kirchberger Photography / Red Bull Hangar-7

Christian Bau

Ein Handwerker und Produktfetischist

Viel zu lange ist Christian Bau schon im Geschäft, um sich den Mund verbieten, geschweige denn sich verbiegen zu lassen. Fast 30 Jahre Gastronomie, fast ausschließlich in der  Sterneküche hat der 45-Jährige auf dem Buckel. Deswegen hält er auch mit Kritik nicht hinter dem Berg – weder bezüglich seiner Meinung zu Foodbloggern noch zu Missständen in der Gastronomie. So scheut Christian Bau auch nicht davor zurück, bei einem großen Foodsymposium auf der Bühne einen 20-minütigen Appell an seine Kollegen unter dem Motto „ehrlich kochen, heiß servieren“ zu richten. „Die Teller sind nur noch lauwarm, nirgends bekommst du ein heißes Essen und eine heiße Sauce. Fleisch und Fisch haben oft eine komische Konsistenz, weil sie aus dem Vakuumbeutel kommen“, deshalb wüssten viele junge Köche und Journalisten schon gar nicht mehr, wie gutes Essen sein kann.

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02.11.2016