Ausgabe 202, Porträts, Management-Tipps

13 Fragen an Nick Jones

Soho-House-Gründer, Hospitality-Guru, Mr. Lässig. Nick Jones hat das verstaubte Traditions­image der Memberclubs revolutioniert.

Text: Marion Wolf     Fotos: Soho House, Mark Seelen, Chris Tubbs, Soho House Berlin, Soho Farm House, beigestellt

Nick Jones, Soho House

Alles andere als spießig!

In ist, wer drin ist! Bekannt für seine strikte Mitglieder-Politik hat Soho House heute über 65.000 Anhänger – und 35.000 auf der Warteliste –, darunter Unternehmer, Künstler sowie Leute aus dem Medien- und PR-Business. Der Jahresbeitrag liegt bei 1500 Euro für ein „Local House“ wie das in Berlin etwa und bei 1800 Euro für „Every House“, also allen Soho Houses weltweit. Alles andere als spießig und verklemmt will man sein, so wie ihr Macher Nick Jones, der seine Philosophie schlicht mit „eat, drink and relax“ zusammenfasst. „Der Standard“ nannte den 53-jährigen Briten einmal die ältere, schniekere und relaxtere Version von Jamie Oliver. Und da ist schon was dran. Wie der TV-Koch verließ der Hospitality-Guru die Schule früh wegen seiner Legasthenie. Nach ersten Schritten im Cateringbusiness und eigenen Restaurants dann der erste eigene Club Soho House in London – und die Initialzündung für ein Geschäftsmodell, das heute neben den 18 Memberclubs unter dem Namen Soho House eine Vielzahl an eigenständigen Restaurants  und Clubs sowie das Interior-Brand Soho Home umfasst. Über den Marktwert hält man sich, wie in der Privathotellerie üblich, bedeckt. Doch nach dem Einstieg des Millionärs Ron Burkle 2012 kursierten Zahlen von knapp 300 Millionen Euro.

1. Keine Fotos, keine Smartphones, keine Krawatten – das ist Teil Ihrer Policy. Hat das nie zu Irritationen bei Ihren Mitgliedern geführt?

Nicht wirklich. Ich glaube, viele unserer Mitglieder mögen es sogar. Uns stört es nicht, wenn die Leute ihre Smartphones benutzen, aber wir wollen nicht, dass sie damit lautstark telefonieren. Wir haben auch damit angefangen, die Leute ab einer gewissen Uhrzeit darum zu bitten, ihre Laptops wegzupacken, sich einen Drink zu nehmen und sich einfach miteinander zu unterhalten.

24.02.2017