Ausgabe 206, F&B Know-how

Null Komma Null

Ungläubige Blicke, wenn alkoholfreie Getränke statt Wein das Menü begleiten sollen, wobei das doch den absoluten Aromenspaß bedeutet kann, ohne voll wie die Hobbits zu sein. Nüchtern betrachtet ist es also mindestens eine Überlegung wert.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: White Kitchen, Nigel Brand, René Riis 2016, Helge O. Sommer, Restaurant Andre, Michael Wissing BFF, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Einsunternull und das Horváth in Berlin, das Restaurant Stucki in Basel, der The Clove Club in London, das Dragonfly by Tim Raue in Dubai, Döllerer’s Genießerrestaurant in Golling bei Salzburg, das Yam’cha in Paris und das Atera in New York (um nur einige von vielen zu nennen): All diese Restaurants können gar nichts gemeinsam haben? Doch! 

Denn sie servieren nicht nur schnödes Wasser, wenn nach alkoholfreien Getränken zum Menü gefragt wird. Nein, die Köche und Sommeliers der genannten Restaurants legen sogar auch noch Wert darauf, dass sich Gäste, die keine Weinbegleitung bestellen, trotzdem mit ordentlichem Stoff betrinken können. 

Nur eben ohne Alkohol. Dafür mit exzellent ausgeklügelten Getränken, die an Aromenkompositionen erinnern – und von der Prüderie eines Wassers oder Softdrinks weit entfernt sind.

Aromatisierter Gemüsesaft by Sebastian Frank, Restaurant Horváth

Kein Alkohol ist doch eine Lösung 

Es kann sehr traurig sein, wenn man sich – aus welchem Grund auch immer – dafür entscheidet, auf die Weinbegleitung zu verzichten. Das muss aber nicht so sein. Stattdessen gibt es Kohlrabisaft, Wasserkefir oder Apfelsaft zum Menü. 

Was nach Fastenzeit oder schräger Neujahrsdiät klingt, ist die Fokussierung auf eine Zielgruppe, die bislang völlig unterschätzt wurde – die religiösen Nichttrinker, Schwangere, Mittagstisch-Gäste, Fahrer oder die Gesundheitsbewussten. Und damit ebendiese Menschen nicht traurig an ihrem Wässerchen nuckeln müssen, gibt’s alles Mögliche – außer eben Alkohol – auf der Karte.

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18.05.2017