Ausgabe 209, Porträts, Konzepte & Openings

Muto-Logy

Im Linzer MUTO schaffen drei Spitzen-Gastronomie-Erprobte den aktuell spannendste Herd der Landeshauptstadt.

Text: Stephanie Fuchs     Fotos: Claudio Martinuzzi

Linz, Altstadt Nummer 7. Draußen vor dem Eingang ein riesiger Avcadobaum. Drinnen ein schlauchartiges Gewölbe, zehn Tische, keine Tischtücher, kein Essbesteck, exakt ein Bild an der Wand. Es folgt: ein Durchgang mit Spüle, Spirituosenwagen im Eck, schlichte Speisekarten auf Klemmbrettern, ein altes Wählscheibentelefon, Blümchenmuster-Kaffeetassen vom Edeltrödel. Vorbei am alten Römerbrunnen samt Schnörkelsitzgarnitur im Lichthof hin zur Küche. Dort steht Werner Traxler, 32, lächelt, wischt sich die Hände am ins Schürzenband gesteckten Geschirrtuch, fester Händedruck. Hallo erst mal. Dann setzt er eine kleine Pfanne auf die Gasflamme. „Jetzt kommt die Ilse dran“, sagt Traxler, platziert behutsam ein tiefrotes Dry-Aged-Hüferscherzel am Pfannenrand. Ein paar Minuten später hat Ilse, die 13-jährige Milchkuh, auch schon Platz genommen neben Radieschen, Roggen und schwarzem Knoblauch.

20.07.2017