Ausgabe 210

Arbeiten in Bangkok

Die Thailändische Millionenmetropole liegt voll im Trend und bietet motivierten Expats geniale Karrieremöglichkeiten mit tropischem Klima inklusive. Eine Stadt zwischen Fine-Dine und Streetfood.

Fotos: Punjab Grill, Sühring, Shutterstock, beigestellt

Venedig des Ostens

Bangkok hat weitaus mehr zu bieten als sein legendäres Nightlife. Die warmherzige Mentalität der Thais macht es Expats leicht, sich schnell zu hause zu fühlen. Gleichzeitig ist die Stadt, die niemals schläft, kulinarisch und touristisch auf der Überholspur und eine Top-Adresse, um Karriere zu machen. Für Sonnenanbeter ist das ganzjährige tropische Klima ein wahres Eldorado, in dem einem bestimmt niemals langweilig wird.

Schon Murray Heads 80er-Jahre-Kulthit „One Night in Bangkok“ unterstreicht, dass das Nightlife in der pulsierenden Metropole seinesgleichen sucht. Bars, Discos und Clubs, so weit das Auge reicht, lassen Bangkok auch nächtens in hellstem Licht erstrahlen. Bestimmt kein Pflaster für schwache Nerven, wer es aber liebt, nach der Arbeit noch mit Kollegen auf ein gepflegtes Feierabend-Bier zu gehen ist hier goldrichtig.

Das Leben findet in der thailändischen Hauptstadt, die mit über acht Millionen Einwohnern auch die größte Stadt des Landes ist, fast ausschließlich auf der Straße statt. Doch Bangkok ist nicht nur ausgelassenen Nachtschwärmern ein Begriff – hier wird die Streetfood-Szene zelebriert wie nirgendwo anders auf der Welt. An jeder zweiten Straßenecke bekommt man Thai-Food-Klassiker wie die spicy Shrimpsuppe Tom Yum Goong, frittierte Nudeln oder exotische Currys.

In den touristisch stark frequentierten Hotspots wie der Khao San Road im Stadtteil Banglamphu ist man nie weiter als 50 Meter vom nächsten Restaurant entfernt. Hier wird gegart, gekocht und gegrillt, was das Zeug hält. Während die Stadt mit verschiedenen Reglementierungen versucht, dem regen Streetfood-Treiben auf den Straßen Bangkoks Einhalt zu gebieten, um wieder Platz für den Verkehr zu schaffen, boomt eine andere Tranche der Gastronomie.

Auf der Überholspur

Mit dem Launch der Asia’s-50-Best-Restaurants-Liste und einem eigenen Guide Michelin für Bangkok entwickelte sich aus einer traditionellen Fast-Food-Kultur in nur wenigen Jahren eine vielfältige Fine-­Dine-Szene, die ständig wächst und viele westliche Konzepte in die Stadt schwemmt. Auch Hotelgiganten wie Marriott oder Hyatt haben längst ihre Luxushäuser in Bangkok hochgezogen. Diesen Trend haben die beiden gelernten Köche und Vorzeige-Expats Thomas und Mathias Sühring schon vor knapp zehn Jahren erkannt und ihre Zelte in Bangkok aufgeschlagen.

Mit ihrem Restaurant Sühring haben die Berliner Koch-Zwillinge mächtig für Furore gesorgt und sich auf der elitären Liste der Asia’s 50 Best Restaurants auf dem sensationellen 13. Platz eingereiht. Dabei wollten die beiden Küchenchefs eigentlich nur ein, zwei Jahre in Bangkok bleiben und ihren Lebenslauf damit pimpen – mittlerweile ist die Hauptstadt des Königreichs Thailand aber zu ihrer zweiten Heimat geworden, in der sie mit Gerichten aus ihrer ersten Heimat richtig Gas geben.

„Früher dachten wir, als Küchenchef weiß man nie, wo man als Nächstes landet. Nach neun Jahren in Bangkok wissen wir aber, dass wir bleiben wollen. Es war wohl so etwas wie Schicksal“, schwärmen die beiden. Ihr Signature-Dish sind Käsespätzle – in Fine-Dine-Manier, versteht sich. In der Hauptstadt natürlich ein begehrtes und exotisches Gericht.

Was macht den Reiz aus, in Bangkok zu arbeiten? „Wir hatten 2008 die Gelegenheit, in einem der besten Restaurants der Stadt anzuheuern, und wollten uns der Herausforderung in einer fremden Kultur stellen“, erklären die Zwillinge. Vor allem der Umgang miteinander in Thailand imponiert den Sührings.

„Die Menschen sind unglaublich freundlich und man kommt schnell gut mit allen klar. Ein respektvoller Umgang ist hier sehr wichtig. Die meisten unserer Freunde sind Einheimische und es wird einem sofort das Gefühl vermittelt, dass man Teil der Familie ist.“

Früher war Bangkok dank der kleinen Handels­boote als Venedig des Ostens bekannt.
Vorzeige-Expats: Die Sühring-Zwillinge erobern mit ihrem Restaurant Sühring Bangkok im Sturm.
Unverkennbar: Unzählige buddhistische Tempel zeichnen das Stadtbild.
Koshimbir: ein traditioneller Salat, der im Punjabi Grill mit Kokosnuß serviert wird.
Lammfromm: Die Sührings servieren Lamm auf Bohnen, Speck und aromatischen Kräutern.
Bangkok-Style: Streetfood, so weit das Auge reicht.
Das Punjab Grill Bangkok setzt auf indische Akzente.
Buchweizen-Blini mit Beeren aus dem ­Restaurant Sührin.
Paradiesisch: der Wintergarten im Sühring.

So tickt Bangkok

Wenn man einmal den Fuß in der Tür hat, ist es einfach, sich in der Mega-Metropole hochzuarbeiten. Dafür sind aber in den meisten Fällen gute Kontakte Pflicht. Das Einkommen in Bangkok ist mit dem europäischen Standard zu vergleichen, dafür sind die Lebenskosten doch um einiges höher als hierzulande.

Eine Ausnahme bildet allerdings der Wohnungsmarkt in Bangkok. Der Immobilienmarkt glänzt durch seine unglaubliche Dichte an Appartements, die gleichzeitig kostengünstig und kinderleicht zu bekommen sind. So ist es durchaus möglich, an nur einem Tag in seine neue Wohnung zu ziehen.

Die meisten Appartements sind voll möbliert und auf Wunsch auch leer zu mieten. Renovierungen beim Auszug gehen übrigens aufs Konto des Eigentümers. Die meisten Gebäudekomplexe mit Appartments in Bangkok bieten viele geniale Dienstleistungen, von denen man in unseren Breitengraden nur träumen kann, wie beispielsweise 24/7-Supermärkte, die auch vor die Wohnungstür liefern, oder In-House-Friseure, die auch zu Hause schneiden.

 

Ein Respektvoller Umgang ist hier sehr wichtig.

 

Thomas und Mathias Sühring über die Mentalität in Bangkok

Kleiner Wermutstropfen: Die meisten Wohnungen haben keine Küchen­einheiten, da es in Thailand üblich ist, essen zu gehen und nicht wie bei uns im trauten Heim zu kochen. Alles in allem sind für Expats günstige und leicht zu beziehende Wohnungen ein großes Plus. Doch man sollte sich im Vorfeld auch auf die eine oder andere Gewöhnungsphase einstellen.

Dass die Eingangstüren der meisten Malls und Supermärkte rund um die Uhr sieben Tage die Woche geöffnet bleiben, sollte kaum jemanden vor eine große Herausforderung stellen. Der Linksverkehr und eine spezielle Regelung mit dem Verkauf von Alkohol vielleicht schon eher. So dürfen alkoholische Getränke in Bangkok nur zu bestimmten Uhrzeiten verkauft werden.

Nämlich von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 24 Uhr. In puncto Mentalität glänzen Thailänder neben ihrer bekannten Gastfreundschaft auch durch ihre schnelle Lernfähigkeit, als Teamplayer und technisch versierte Handwerker. „Thailand ist sicherlich ein Land, das sich noch weiterentwickeln muss, bietet aber tolle Karrieremöglichkeiten für Expats“, erklären die Sührings.

Die Sprachbarriere in Thailand kann man mit gutem Englisch locker überbrücken. Dafür können Verkehrszeichen und Anzeigetafeln in Thai für Europäer doch sehr verwirrend sein.

Moderne Tradition

Früher wurde Bangkok auch als Venedig des Ostens bezeichnet. Durch die Lage direkt am Golf von Thailand definierten viele kleine Boote – wie man sie auch aus der italienischen Stadt kennt – das Stadtbild, es war der Handelshotspot für Produkte aller Art.

Heute treffen traditionelle buddhistische Tempel auf moderne Skylines und den ganz normalen Großstadtwahnsinn und zeichnen ein einzigartig malerisches Stadtbild. Mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 26 Grad Celsius kann in Bangkok getrost auf die Wintergarderobe verzichtet werden – Sunblocker ist dafür Pflicht.

Summa summarum ist Bangkok nicht nur eine Reise, sondern auch einen Karriere­schritt wert. Der einfache Wohnungsmarkt erleichtert den Einstieg in die bunte Gastrowelt und motivierte Mitarbeiter haben gute Aufstiegsmöglichkeiten. Allerdings sollte man schon im Vorfeld seine Fühler nach Bekannten ausstrecken.

Karrierechance

Aller Anfang ist schwer: Einmal den Fuß in der Tür, steht einem steilen Aufstieg nichts mehr im Weg. Einsteigern ist zu empfehlen, sich den einen oder anderen persönlichen Kontakt schon im Vorfeld aufzubauen.  

Lebenshaltungskosten

Nicht ganz billig: Bei einem ähnlichen Einkommensstandard wie in Europa sind die Lebenshaltungskosten in Bangkok ein wenig höher als in unseren Breitengraden.

Wohnungsmarkt

Besser geht’s nicht: Kaum irgendwo auf der Welt ist es einfacher und bequemer, Appartements möbliert und dabei auch kostengünstig zu mieten oder zu kaufen. Definitiv ein großes Plus.

Mentalität

Dicker Respekt: Die Menschen sind sehr gastfreundlich und legen Wert auf einen respektvollen Umgang. Wer das verstanden hat, fühlt sich im Nullkommanichts zu Hause.

Die besten Jobadressen

www.rollingpin.com/jobs

www.mandarinoriental.de/bangkok

www.marriott.de/bangkok

www.bangkok.grand.hyatt.com

www.bangkok-riverside.anantara.com

www.kempinski.com/bangkok

bangkok.peninsula.com

 

 

10.08.2017