Ausgabe 214

Georg Maushagen: Voll auf Zucker!

Seit 52 Jahren ist der selbsternannte Zuckerbäcker Georg Maushagen im Geschäft und kann aus jedem Jahr seiner Karriere unzählige Geschichten erzählen. Seine eigene soll zwischen all den süßen Erinnerungen und Zukunftsplänen hier erzählt werden.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Helge O. Sommer

„Die Kunst ist es, die einfachen Dinge faszinierend schmackhaft zu machen“, schwärmt Georg Maushagen, als er an den Bienenstich denkt, den er zuletzt in Celle bei Hannover aß. „Der Pudding selbst abgezogen, nur natürliche Vanille, mit fluffigem Hefeteig und knusprig obendrauf – ja, ich esse auch nach 52 Jahren als Zuckerbäcker gerne noch süß, aber es muss gut gemacht sein.“  Gut bedeutet für Maushagen: einfache, aber dafür beste Zutaten. „Ich sehe schon an der Theke eines Cafés, ob etwas gut gemacht ist oder nicht. Wenn Zucker den Alltag bestimmt, entwickelt man einen Blick dafür. Außerdem war ich schon mehrere Male Juror bei verschiedenen Veranstaltungen. Auch da habe ich gelernt, schnell zu sehen, wo gute Zutaten und viel Arbeit drinstecken – oder eben nicht.“

Kaffeeklatsch 

Seit zwei Jahren ist der 67-jährige Zuckerbäcker aus Düsseldorf im Unruhestand. Denn so ganz aufgeben will er das süße Arbeitsleben noch nicht. „In der Selbständigkeit erlebt man einen starken Druck. Du musst kreativ sein und funktionieren. Heute bin ich freier, kann meine Zeit anders einteilen und auch spontan Eingebungen folgen.“  Zurzeit arbeitet Maushagen gemeinsam mit Erich Semmelrock an neuen Kreationen aus Rapssaat. Semmelrock ist Cafébesitzer in Hermagor und ein langjähriger Arbeitskollege und Freund von Maushagen. Kennengelernt haben sie sich, weil Maushagen mehrere Male zu Besuch im Café Semmelrock war bei seinem ersten Urlaub in Kärnten.

03.11.2017