Ausgabe 214

Herd Open Kitchen: Kollektive Kreativküche

Drei Jungs, eine Küche und jede Menge geniale Konzepte: Die Herd Open Kitchen bietet Start-ups, Quereinsteigern und alten Gastro-Hasen den perfekten Spot, sich kulinarisch auszutoben.

Fotos: Claudio Martinuzzi

Ideen, Visionen und Konzepte beginnen bekanntlich meist im Kopf. Damit sie sich von dort ihren steinigen Weg in die harte Realität bahnen können, muss für gewöhnlich ordentlich Geld in die Hand genommen werden. Eine Hürde, bei der es viele – speziell in der Gastro-Branche – mit der Angst zu tun bekommen. Hohes Risiko, viel harte Arbeit, literweise Herzblut und keine Sicherheiten. Kein Wunder also, dass unter diesen Konditionen viele geniale Ideen eher im Kopf bleiben.

Doch was wäre, wenn man ganz einfach sein Konzept in einer hippen Mietküche umsetzen könnte, um zu sehen, wie es angenommen wird? Das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig einen aussagekräftigen Testlauf starten. Genau das haben die drei Wiener Start-ups Matthias Kroisz, Marko Ertl und David Weber mit ihrer Herd Open Kitchen in der Donaumetropole Wien realisiert.

Mehr als eine Küche

Unter dem Motto „Konzentriere dich aufs Kochen, wir übernehmen den Rest“ stellt das Trio eine voll eingerichtete Großküche auf 700 Quadratmetern zur Verfügung, die so gut wie alle Stücke spielt. Für die drei Masterminds soll ihre Gemeinschaftsküche aber mehr sein als nur ein kulinarisches Zweckmittel: „Wir wollen damit einen Ort schaffen, an dem man sich austauschen kann, Erfahrungen weitergibt und von einander profitert“, erklärt Co-Founder Matthias Kroisz.

Egal ob Caterer, Foodtrucker oder Lieferservice, seit 1. August 2017 tummelt sich ein bunter Gastro-Mix in der Großküche in der Gudrunstraße 11 im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die Auslastung der Gemeinschaftsküche, in der übrigens auch Spitzenkoch Edi Dimant aus dem Restaurant Mochi zu Werke geht, nimmt seit der Eröffnung fast täglich zu.

Um dem steigenden Ansturm gewachsen zu sein, hat sich das Trio einen starken Partner geangelt. Mit dem Großlieferanten METRO ist bei der Herd Open Kitchen ein Vollprofi der Superlative an Bord und sorgt dafür, dass jeder genau das bekommt, was er braucht

Küche gut, alles gut

Egal ob Küchen-Einzelkämpfer oder ambinionierte Großbrigade, die Herd Open Kitchen bietet ihren Kunden – egal ob groß oder klein – stets das richtige Paket – natürlich 24/7 verfügbar, versteht sich. Einrichtungstechnisch lässt das Gastro-Mekka in Wien keine Wünsche offen: Kipper, Kombidämpfer oder Doppelhaubenabwasch – you name it, they have it.

Auf die Idee gekommen sind Matthias Kroisz, David Weber und Marko Ertl schon während ihrer Studienzeit, mussten ihr Vorhaben aber notgedrungen auf Eis legen. „Wir haben bereits vor zwei Jahren mit dem Gedanken gespielt und alles durchkalkuliert. Wir sind schnell draufgekommen, dass die Umsetzung viel zu teuer für uns ist und wir uns das einfach nicht leisten können“, erklärt Kroisz.

Zu dieser Zeit war Kroisz bereits mit seinem Foodtruck-Unternehmen Wrapstars auf der Suche nach genauso einer Gemeinschaftsküche. Gefunden hat er damals genau das Objekt, das sie heute mit ihrer Herd Open Kitchen erfolgreich bespielen. Schnell war klar, dass sie hier ihr Konzept umsetzen können. Dass zwei der drei Jungunternehmer nicht wirklich branchenerfahren sind, sieht das Trio sogar als Vorteil: „Man bekommt verschiedene Blickwinkel und erreicht damit gemeinsam meistens eine bessere Lösung als alleine“, so Kroisz.

Mittlerweile haben die drei aber viel Gastrowissen eingesaugt und stehen Einsteigern mit Rat und Tat zur Seite. „Wir haben selbst so gut wie jeden Fehler gemacht, den man nur machen kann – machen davon auch heute noch genug. Wir geben unser Wissen aber gerne weiter und erfahren auch viel von unseren Mietern.“ Ein Credo, das in der Open Herd Kitchen leidenschaftlich praktiziert wird und die Großküche zu einem einzigartigen Kreativ-Hotspot macht.

herd.co.at

www.metro.de

03.11.2017