Ausgabe 214

Ludwig Maurer: Lucki, ich will ein Rind von dir!

Der talentierte Niederbayer Ludwig Maurer ist ein Gesamtkunstwerk: Bauer, Koch, Buchautor, Caterer sowie Rocker durch und durch. Warum der Menschenfreund zum Fleischpapst wurde.

Text: Georg Hoffelner, Bernhard Leitner     Fotos: Claudio Martinuzzi

Wie würdest du das bezeichnen, was du beruflich machst? Was steht in deinem Reisepass? 
Maurer: Koch. Wenn mich jemand fragt, sage ich meistens: Koch und Bauer. Würde man alles ausformulieren: Cateringunternehmer, Kochschulbetreiber, Bio-Landwirt und Buchautor. Die letzten Jahre waren für dich ziemlich turbulent. Sehr erfolgreich. Hättest du dir noch vor sechs Jahren gedacht, dass dein eigenes Ding dermaßen durch die Decke geht? 
Maurer: Nein. Das ist natürlich auch unglaublich, was da in den letzten Jahren passiert ist. Das Schräge dabei: Ich habe eigentlich immer versucht, in der Musik erfolgreich zu werden. Rockstarallüren könnte man das nennen. Ich wollte mit aller Kraft in Wacken spielen und einen geilen Plattenvertrag bekommen. Was ich da tagtäglich geübt habe und wie viele Mails ich geschrieben habe. Aber es hat eigentlich nie wirklich funktioniert, das alles auf ein professionelles Level zu heben. Beim Kochen habe ich dann eigentlich nur immer das gemacht, was ich von der Pike auf gelernt habe. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich denke schon, dass das für den heutigen Erfolg ausschlaggebend war. Ich bin ja in einem Wirtshaus groß geworden und das Erste, was ich in der Früh gesehen habe, und das Letzte vorm Schlafengehen war Gastronomie. Das prägt. Wir haben kein Taschengeld bekommen, sondern für unser Geld mussten wir etwa den Himbeerkuchen für den Nachmittagskaffee belegen oder Schnittlauch hacken. 

03.11.2017