Ausgabe 215

Chele González: Nomade, Koch und Abenteurer

Der Spanier José Luis „Chele“ González auf Ent­deckungsreise: Mit seinem Restaurant Gallery Vask in Manila will der Abenteurer die philippinische Küche auf das nächste Level heben.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Flo Smith

Vom DJ zum Star am Pass

Der 41-jährige Chele González beschloss nach einer Asien-Reise, in Manila ein Restaurant zu eröffnen. Die kleine Stimme in seinem Kopf sagte, hier gebe es etwas zu erleben. Heute führt der Spanier zwei Restaurants, das Gallery Vask und den Vask Tapas Room, mit 55 Mitarbeitern sowie ein Studio für Forschung und Entwicklung.  Das Restaurant Gallery Vask ist auf Platz 35 der Asia’s-50-Best-Restaurants-Liste 2017. Sein Ziel: Die philippinische Küche und ihre Geheimnisse zu entdecken, neu zu interpretieren und das Selbstbewusstsein des Landes zu stärken.  Denn entgegen der landläufigen Meinung sind nicht importierte Waren luxuriös, sondern die regionalen Schätze und das jahrhundertealte Wissen sind für González der wahre Luxus des Landes. Wie kamen Sie dazu, Koch zu werden? 
Chele González: Als Kind war ich sehr zurückhaltend und habe nicht viel gegessen. Als meine Schwester zum Studieren auszog, musste ich mich um meine Mutter kümmern. Das brachte mich dazu, meine Komfortzone zu verlassen. Das erste Gericht, das ich ausprobierte, war Mejillones Tigre – frittierte Muscheln. Ich kaufte das Kochbuch „1080 Rezepte“ von Simone Ortega mit traditionellen spanischen Rezepten und kochte ihre Gerichte nach. Ich studierte allerdings Marketing, eröffnete dann einen Club und arbeitete als DJ. Mit dem Geld aß ich in Sternerestaurants. Es war die dunkelste Phase meines Lebens. Ich litt an Depressionen. Dann entschied ich, eine Kochlehre zu beginnen. Die Arbeit als Koch erfordert Disziplin und das gab mir die Kraft, zu werden, wer ich bin. Seitdem ich koche, bin ich glücklich und nicht mehr depressiv. Egal welches Problem ich heute habe, mit einem Besuch in einem Restaurant wird es sich lösen.

24.11.2017