Ausgabe 215

Konzept im Porträt: Habibi und Hawara

Das Wiener Restaurant Habibi und Hawara hat sich innerhalb von anderthalb Jahren bestens etabliert. Dahinter steckt aber mehr, als es die vermeintlich besten Falafels der Stadt vermuten lassen.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Claudio Martinuzzi, Tom Son

Habibi und Hawara ist ein soziales Konzept mit orientalischer Küche. Wie es dazu kam? Mit „Hosten statt Posten“ fing alles an: Um etwas zu bewegen, statt nur darüber zu reden, lud Martin Rohla, Biobauer und Unternehmer, Geflüchtete 2015 dazu ein, sich einen Nachmittag lang am grünen Gelände des Vereins Stadtflucht Bergmühle, rund 20 Minuten außerhalb von Wien, auszuruhen. Über 1300 Flüchtlinge kamen der Einladung von Juni bis Oktober 2015 nach. Durch die Nähe und Gespräche zu den Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern, in denen das Leben nicht sicher ist, wurde ihm schnell klar, dass der Begriff Flüchtling zu oberflächlich ist. Es kommen Mütter, Väter, Söhne, Töchter, Köche, Gastgeber, Menschen mit Geschichten und Talenten.  Gemeinsam mit Katha Schinkinger und David Kreytenberg entwickelte er deshalb im Winter 2015 die Idee, ein Restaurant mit ebendiesen Talenten zu eröffnen. Zum Test wurde erst einmal das Pop-up-Projekt Nächstenliebe im Januar 2016 ins Leben gerufen. Danach folgte das Habibi und Hawara mit fixem Standort.

24.11.2017