Ausgabe 215

Kulinarikpoet Quique Dacosta

Er wollte DJ werden, aber die einzigen Platten, mit denen er zu tun hatte, waren die, die er spülte. Heute stellt 3-STERNE-KOCH Quique Dacosta als weltbekannter Avantgardist die Küche Spaniens auf den Kopf. Wir haben ihn während seines Gastauftritts im Restaurant Ikarus von Ausnahmekoch Martin Klein im Hangar-7 besucht.

Text: Mia Schlichtling     Fotos: Helge Kirchberger / Red Bull Hangar-7

Kulinarischer Autodidakt 

Mit nur 14 Jahren verlässt Quique Dacosta seine Kleinstadt in Extremadura, um sein Glück in Dénia, dem boomenden Touristen-Hotspot an der Costa Blanca, zu suchen. Im Gepäck der Traum, als DJ im schillernden Nachtleben der Szene-Diskotheken richtig durchzustarten. Aber es kommt im Leben bekanntlich immer anders, als man denkt: Statt an den Turntables richtig einzuheizen, arbeitet er als Spüler, um sich über Wasser zu halten. Was zu dem Zeitpunkt keiner ahnen kann: Der Teenager wird es ganz ohne kulinarische Ausbildung schaffen, nicht nur einer der besten Köche Spaniens, sondern der Welt zu werden. Inzwischen gibt er weit über die Valencianische Gemeinschaft kulinarisch den Ton an. Er bezeichnet das Terroir der Küste als sein eigenes und ist heute international das Gesicht ihrer modernen Küche.

 

 

 

Neben Ihrem gleichnamigen 3-Sterne-Restaurant haben Sie in der Valencianischen Gemeinschaft drei weitere Restaurants: Vuelve Carolina, Mercatbar und das ebenfalls mit einem Stern ausgezeichnete El Poblet. In Kürze eröffnen Sie noch InPaella in verschiedenen europäischen Metropolen. Was treibt Sie dazu an?
Quique Dacosta: Was uns motiviert, ist, neue Projekte, neue Gerichte, neue Techniken und neue Harmonien zu schaffen. Mit einem einzigen Projekt kann man das nicht erreichen. Eine neue Küche, ein neues Team, all das hält mich wach, dadurch fühle ich mich lebendig. Und das ist es, was mir gefällt. Natürlich bereichern uns auch andere Disziplinen wie die Kunst, Musik, das Theater oder Designer. Diese Interdisziplinarität in unserem Beruf erlaubt uns, über uns selbst hinauszuwachsen. Die Kreativität in unserer eigenen Sprache, in unserer Dialektik bezieht sich darauf zu essen, Innovationen voranzutreiben, zu suchen, zu helfen. Und das ist Tag für Tag Teil unserer Motivation.

Meinen Sie, dass Sie als Autodidakt freier, ungezwungener an die Küche herangehen, da Sie nicht den Richtlinien eines Lehrmeisters folgen? 

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24.11.2017