Ausgabe 217, Porträts

Auf ein Bier mit Philip Rachinger

Nach seinen Wanderjahren ist Philip Rachinger seit vier Jahren wieder zurück in seiner Heimat Oberösterreich und schlägt ganz schön hohe Wellen. Zuerst holt er 24 der weltbesten Köche nach Neufelden, dann wird er mit der dritten Haube gekrönt.

Text: Bernhard Leitner, Andrea Böhm     Fotos: Tom Tautz

Gratulation zur Haube Nummer drei. Ist das etwas, woran Sie gearbeitet haben, oder ist das „passiert“?

Philip Rachinger: Wie das meiste Gute im Leben ist es passiert. Mein Vater ist ein sehr starker Koch, der – im positiven Sinn – auf seine Linie eingefahren ist. Als ich vor vier Jahren heimgekommen bin, waren wir auf einmal zu zweit in der Küche. Wir spielen uns gegenseitig den Rücken frei. Ich helfe ihm bei seiner Arbeit und er hilft mir, wenn ich irgendwo anstehe. Und auf einmal haben wir die dritte Haube bekommen. Ich hätte niemals damit gerechnet. Man kennt natürlich die Kollegen wie den Herrn Döllerer und den Herrn Dorfer und jetzt sind wir plötzlich in der gleichen Liga. Auf einmal steht man da und denkt sich: „Bist du deppert. Ich soll gleich stark sein wie die anderen?“

Wie gehen Sie damit um?
Rachinger: Man probiert, sich von all den Auszeichnungen nicht beirren zu lassen. Schaut, dass es einem Spaß macht. Aber jedem taugt’s,wenn man gute Schulnoten bekommt, wenn die Küchenlinie von den Leuten auch angenommen wird.

Zwei Generationen in der Küche. Wie schwierig oder vorteilhaft ist das?

Rachinger: Bei uns ist ja sogar noch die Oma dabei. Das ist schon fast ein bisschen utopisch. Aber ein Sommelier, der selbst lange in einem Familienbetrieb gearbeitet hat, hat einmal gesagt, dass rein biologisch gesehen sich immer der Jüngere durchsetzen wird. Dementsprechend ist es natürlich problematisch, wenn die ältere Generation lange im Weg herumsteht. Ich bin jetzt 28, der Vater ist 52, die Oma ist 83. Wenn man realistisch denkt, dann ist das nur mehr wenige Jahre so, dann bin ich eh alleine. Daher passt das jetzt gerade so, wie es ist.

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01.02.2018