Ausgabe 220, Porträts

Marco d´Andrea: Alles auf Zucker

Vor sechs Jahren wurde Marco d’Andrea als Junger Wilder gefeiert. Doch seine große Liebe sind und waren Süßspeisen. Was er so draufhat, beweist er aktuell als Chef-Pâtissier im neu eröffneten Hotel The Fontenay in Hamburg.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Thomas Haindl, Mike Hofstetter

Inmitten des jungen Teams in der Pâtisserie erkennt man fast keinen Unterschied zwischen Chef und Mitarbeitern. Doch der Chef selbst – also Marco d’Andrea – strahlt über das ganze Gesicht und bestätigt seine Freude aufgrund dieser Situation: „Ich bin jetzt 28 und zum ersten Mal der Älteste im Team. Endlich ist es so. Ich bin der Häuptling und habe tatsächlich auch am meisten Erfahrung von allen. Das war vorher nicht immer so, da musste ich mich durchboxen.“

Damit spielt er auf seine Stationen bei Karlheinz Hauser am Süllberg oder Joachim Wissler im Vendôme an. Doch nun hat er das Sagen und als erste Übung als Chef-Pâtissier musste sich der junge Mann mit italienischen Wurzeln gleich in Geduld üben. Denn das 5-Sterne-Superior-Hotel hat erst eineinhalb Jahre später als geplant seine Pforten geöffnet. „Jetzt geht es endlich los“, hört man einen erleichterten Marco d’Andrea sagen, der sich auf dieses spannende Projekt extrem freut.

„Wir haben so viele Möglichkeiten durch die Vielfältigkeit im Hotel.“ Die Lobby macht ihm am meisten Spaß, denn da kann er seine Teatime anbieten. Platz zum Austoben bieten aber auch die Outlets, die Day-Bar und ein kleiner Shop, wo Kaffee angeboten wird und man auch Pralinen und Macarons kaufen kann. Und dann ist da natürlich noch das Gourmetrestaurant: „Eine Spielwiese, wo man viel ausprobieren kann“, so der Chef-Pâtissier begeistert mit dem Nachsatz: „Das Niveau hier ist top, top, top.“

Der Aha-Effekt im Törtchen

Süßspeisen von Marco d’Andrea sind ein Kunstwerk und fast zu schade, gegessen zu werden. Doch wenn man es dann doch wagt, ist man mehr als froh, sie entlocken einem ein entzücktes Gefühl zuerst im Mund, danach im Magen. „In ein plumpes Törtchen nur ein bisschen Quarkmus reinzumachen, ergibt keinen Sinn. Man braucht noch etwas Knuspriges und einen cremigen Kern“, ist die logische Erklärung des Chef-Pâtissiers.

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10.04.2018