Ausgabe 222, Management-Tipps

Mein größter Fehler: Justin Leone

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig. Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen, davon, was sie daraus gelernt haben und wie sie es heute besser machen. Diesmal: Justin Leone.

Text: Andrea Böhm     Fotos: beigestellt

Bühne frei für Justin Leone, ein Name, der für viele Fähigkeiten steht. Musiker, Weinliebhaber und -kenner, Modefreak, Entertainer, Autor und vieles mehr. Er wuchs in Chicago auf, schloss sein Studium des Kontrabasses und der englischen Literatur ab, um danach mit seiner Band auf Tour zu gehen. Der Plan war es, Musikmanager zu werden. Wäre ihm da nicht die nächste Leidenschaft in die Quere gekommen – der Wein und das Kreieren von eigenen Cocktails. 

„Als Musiker war ich immer auf der Bühne und in der Gastronomie zu arbeiten, ist nichts anderes, als auf einer Bühne zu stehen“, erklärt der heute 36-Jährige. Woraufhin er als Sommelier im 3-Sterne-Restaurant Alinea von Grant Achatz landete, bevor ihn Felix Eichbauer ins Tantris nach München holte. Ein Akt, der nun zu Ende geht. Als Nächstes öffnet sich der Vorhang sowohl für sein eigenes Restaurant als auch für sein erstes Buch.

Justin Leone mit Gitarre

Im September soll es so weit sein und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, lassen wir den Tausendsassa ein wenig innehalten, um zu erfahren: Welche Episode seines Lebens hätte wohl besser laufen können? „Es gibt zwei Situationen in meinem Leben, die aber Parallelen aufweisen“, beginnt Justin Leone zu erzählen. Eine trug sich in seiner Kindheit zu, die andere vor einem Jahr. „Meine Mutter war eine Frau, die meinte, ihr Kind wäre das Beste überhaupt, nichts könne schiefgehen, ich war ihre Nummer eins.“ 

Wer jetzt schon ein „Ach wie süß“ auf den Lippen hat: nichts da, die Frau machte auch gehörig Druck. „Wenn ich nach einer Prüfung aus der Schule kam und die Note war eine A plus mit 98 Prozent, hat sie gefragt, was mit den restlichen zwei Prozent sei.“ So wuchs der kleine Justin streng und mit einer ordentlichen Portion trügerischer Selbstsicherheit ausgestattet auf. „Ich war ein ehrgeiziges, aber nicht sehr reifes, eher dummes Kind“, reflektiert Leone heute. Was folgende Szene beweist.

HIER registrieren

18.05.2018