Ausgabe 221

Lebenswerk: Herbert Seckler

Legendenstatus: Herbert Seckler, der Promiwirt direkt am Sylter Strand, schuf mit viel Bauchgefühl eine einzigartige Marke. Die Sansibar ist seit 40 Jahren viel mehr als eine Holzhütte in den Dünen.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Thomas Haindl, Deniz Saylan, Oliver Reetz, beigestellt

Mit Gefühl statt Strategie 

Was in den wilden 70er-Jahren mit einer unscheinbaren Strandbude inmitten der malerischen Sanddünen auf Sylt begann, steht heute als einzigartiger Kult-Brand an der Spitze der deutschen Gastronomie. Herbert Seckler schuf mit seiner Sansibar nicht nur ein Restaurant, in dem Promis und Touristen Schulter an Schulter den grauen Alltag vergessen können, sondern eine unverwechselbare Marke mit unfassbarer Anziehungskraft. 

Die gekreuzten Säbel als Zeichen der Sansibar findet man heute in ganz Deutschland wieder. Trotzdem ist Seckler ein bescheidener und fast demütiger Mann, der noch lange nicht ans Aufhören denkt.

Herbert Seckler, ausgezeichnet mit dem ROLLING PIN-Award Lebenswerk

Seit 50 Jahren sind Sie in der Gastronomie und seit 40 Jahren führen Sie die Sansibar. Ist ein Ende in Sicht? 
Herbert Seckler: Mein Körper schreit schon danach. Na ja, mal abwarten. Es muss weniger werden. Irgendwann muss ich wohl jemand anderem die Führung übergeben. Aber ich werde immer da sein. Nur so zu Hause sitzen, das will ich nicht. 

Mit der Auszeichnung für Ihr Lebenswerk möchten wir Ihre kontinuierliche Schaffenskraft ehren. Wie fühlt sich das an? 
Seckler: Das Wort Lebenswerk hat einen bitteren Beigeschmack. Fast bösartig! Ich bin ja noch nicht fertig. Auch wenn mein Körper verlangt, etwas kürzerzutreten. Ich habe keinen einzigen Tag daran gedacht, aufzuhören. Ich hatte ja auch immer Gelddruck. Wenn es besser läuft, brauchst du mehr Mitarbeiter und eben mehr Personalwohnungen. Dann die Textilien, die Kooperationen, die Weine – je mehr man macht, umso mehr Mitarbeiter brauchst du. Also steigen auch die Kosten.

Gelddruck haben Sie heute nicht mehr. 
Seckler: Wenn man älter wird, braucht man auch weniger Geld. Ich habe drei Dinge, neben meiner Frau, die noch richtig viel zählen: meine Dusche, mein Fernseher und mein Bett. Mehr brauche ich nicht.

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27.04.2018