Ausgabe 222, Porträts

Ziemlich beste Freunde

Sie sind jung, kreativ und haben eine gemeinsame Leidenschaft: Essen. Aurelio Moreno und Tschabi Lopez gehört das Leche de Tigre. Sie zaubern damit südamerikanisches Flair nach Hamburg.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Thomas Haindl

Lachen ohne Ende. So gestaltet sich ein Zusammentreffen mit Aurelio Moreno und Tschabi Lopez. Gut gelaunt lassen die beiden die letzte Nacht Revue passieren, ziehen sich gegenseitig auf, werden wieder von den nächsten Lachkrämpfen geschüttelt und lassen einen lauthals daran teilhaben. Willkommen in Südamerika! Innerhalb weniger Minuten hat man den Eindruck, best friend mit den beiden zu sein. Dass sie es selbst sind, daran besteht kein Zweifel. 

Die Hamburger, die aus Südamerika stammen, haben einiges, was sie verbindet: Sie sind vor Jahren alleine zum Studieren nach Deutschland gekommen, sind jetzt alleinerziehende Väter, wollen aber so etwas wie Familie erleben. Und so erzählen sie uns die Geschichte, wie es zu ihrem gemeinsamen Lokal Leche de Tigre gekommen ist. „Die wahre Geschichte“, sagt Aurelio noch schnell mit einem Augenzwinkern. „Wir haben zusammen in einer Kneipe gearbeitet und hatten immer diese Leidenschaft fürs Essen“, beginnt der Peruaner zu erzählen.

Tschabi kommt aus Ecuador und obwohl die beiden sich in Hamburg pudelwohl fühlen, haben sie Speisen aus ihrer Heimat vermisst. Irgendwann ist es zu dem Punkt gekommen, wo sie meinten, es wäre cool, etwas gemeinsam zu machen. „Wir haben dann viel zusammen gekocht und ausprobiert und uns gedacht, es wäre eine gute Idee, den Hamburgern zu zeigen, was wir so essen“, erinnert sich Tschabi. 

Diese Idee wurde weiter gesponnen und letztendlich wollte man den Hamburgern nicht nur zeigen, was man in Südamerika isst, sondern auch die Kultur vermitteln, die Musik. Und die ist laut, bestätigen die beiden immer wieder. So laut, dass sich die Gäste im Lokal eher anschreien müssten, als dass sie miteinander reden könnten. „Es ist wie eine große Kantine hier. Es treffen sich an die 100 Leute auf einmal“, so Aurelio. Betritt man das Lokal, landet man tatsächlich in einer ganz anderen Welt.

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18.05.2018