Ausgabe 223, Porträts

Gilad Peled: Der Bühnenscheue

In sich gekehrt: Gilad Peled Ist Küchenchef in Gordon Ramsays Le Pressoir d’Argent in Bordeaux. Auf den Chefdays redet er über Regionalität und die wichtigkeit der Produkte.

Text: Sissy Rabl     Fotos: Helge O. Sommer

Der hochgewachsene, schlanke Israeli ist niemand, der sich zwanghaft in den Mittelpunkt drängt, und fühlt sich sichtlich ein wenig unwohl im Rampenlicht. Erst nach ein paar Minuten, als er sich mehr und mehr auf die Zubereitung seiner Gerichte konzentriert, lockert er sich. Beim Kochen ist er in seinem Element. 

Gilad Peled ist in Israel geboren und aufgewachsen, nach dem Militärdienst Mitte 20 zog es ihn dann als Koch nach Großbritannien, Frankreich, in die Schweiz und nach Tschechien. Er arbeitet an der Seite seiner zwei größten Mentoren in London: Claire Smyth und Gordon Ramsay. Seine Arbeit imponierte Letzterem so, dass er ihn als Küchenchef in seinem Restaurant Le Pressoir d’Argent in Bordeaux im Südwesten Frankreichs, das sich mittlerweile zwei Michelin-Sterne erarbeitet hat. 

Der heute 36-Jährige ist das erste Mal bei den CHEFDAYS zu Gast und geht generell Großveranstaltungen wie dieser aus dem Weg. Sein phlegmatisches Gemüt meidet meistens Scheinwerferlicht und fühlt sich in der Ruhe der eigenen Küche am wohlsten. Für ROLLING PIN hat er sich trotzdem auf die Bühne gestellt. 

Bei seiner Cooking-Demonstration wird er zwei Gerichte zubereiten. Dabei ist ihm vor allem der regionale Kontext seines Restaurants im Südwesten Frankreichs wichtig. Die Qualität ebendieser verleitet ihn schnell mal zur Schwärmerei. „Wir haben wunderschönes Gemüse, fantastischen, frischen Kaviar und Foie gras und über die letzten Jahre haben wir uns auch eine wundervolle Beziehung zu unseren Lieferanten in der Region aufgebaut“, meint Peled mit leicht französischem Akzent und strahlt stolz.

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08.06.2018