Ausgabe 223, Porträts

Philip Rachinger: Der Sympathische

Er kam, sprach und alle mussten lachen. Philip Rachinger ist nicht nur ein Top-Koch, mit seinem Bühnenauftritt bei den CHEFDAYS Austria 2018 bewies er durchaus ein Talent als Entertainer.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Helge O. Sommer, Gregor Grininger

Den Bühnenauftritt von Philip Rachinger bei den CHEFDAYS Austria wird man nicht so schnell vergessen. Fast ein bisschen verlegen betritt er unter tosendem Applaus die Bühne und startet sofort damit, sich zu bedanken. Danke, an sein Team, dass es ihn tatkräftig unterstützte und an alle, die ihn und seinen Vater vom sechsten auf den fünften Platz der 50 BEST CHEFS AUSTRIA katapultiert haben. Der Senior, also der Helmut, ist zwar an diesem Tag physisch nicht dabei, sein Sohn ehrt ihn aber damit, dass er seine Kochjacke trägt. 

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die beiden eine räumliche Trennung am Mühltalhof erfahren haben. „Wir haben auf der anderen Seite der Straße ein neues Lokal aufgemacht, wo jetzt mein Vater in der Küche steht“, erklärt der Oberösterreicher, fügt aber sofort an, um Gerüchten vorzubeugen: „Nicht, weil wir uns nicht mehr verstehen, aber wir wollten einfach mehr machen.“ Doch dann ist Schluss mit den Erzählungen über die Familie, denn: „Wenn ich von der Familie rede, dann muss ich immer weinen.

Das hat man davon, wenn man nah am Wasser gebaut ist.“ Während Philip Rachinger versucht, sich an die Situation auf der Bühne zu gewöhnen, sind seine drei jungen Köche schon am Werken. Nicht selbst mit anzupacken, fällt dem Chefkoch sichtlich schwer, dafür hat er gleich wieder einen Schmäh auf den Lippen: „Normalerweise ist mein Team gewohnt, 60, 65 Teller rauszuschicken. Sie kennen das gar nicht, nur einen Teller anzurichten.“ Doch an diesem Tag gelingt auch das und schon beginnen alle vier mit dem ersten Gericht. 



HIER registrieren

08.06.2018