Ausgabe 225, Porträts

Die Nächsten, bitte!

Nun haben sie das Sagen: Sebastian Finkbeiner im Hotel Traube Tonbach und Torsten Michel in der Schwarz­­wald­stube. Ein Bericht über neue Heraus­forderungen, Familienbande und darüber, was sich beide für die Zukunft wünschen.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Thomas Haindl, Wolfgang Hummer, beigestellt

Junge Generation 

Die nächste Generation ist am Zug. Sebastian Finkbeiner genießt den fließenden Übergang im Schoße der Familie, während Torsten Michel nach Streit und Trennung nun das ehemalige Reich des Harald Wohlfahrt überhat.

Wie groß sind die Fußstapfen, wenn man einen Familienbetrieb wie den Ihren übernimmt?
Sebastian Finkbeiner: Es sind große Fußstapfen, aber in die ist mein Vater auch schon getreten. Es sind viele Mitarbeiter bei uns, die deutlich länger da sind, als ich. Manche waren schon da, da war ich noch nicht einmal geboren. Und das ist natürlich eine Herausforderung. Außerdem gibt es neue Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, die kennen die Generationen davor gar nicht.

Welche sind das? 
Finkbeiner: Im Personalwesen hat sich die Welt auf links gedreht und auch im Marketing. Das wechselt ständig. Also wenn ich jetzt behaupte, ich hätte es verstanden, ist es schon wieder obsolet. 
Torsten Michel: Jede Generation hat ihre Herausforderungen. Früher war das mit dem Einkauf wesentlich schwieriger. Heute bekommt man sogar Langusten lebendig geliefert. Dafür haben wir andere Probleme. Aber jede Generation soll sich ihren Herausforderungen stellen. 

Herr Michel, Sie sind seit 14 Jahren Teil des Teams in der Schwarzwaldstube. Ist es seltsam, wenn man als Kollege das Team plötzlich leitet? Michel: Nein, es war ein fließender Prozess. Wir haben darauf hingearbeitet. Man macht das ja nicht und sagt: heute so und morgen so. 

Der Führungswechsel zwischen Harald Wohlfahrt und Ihnen ist nicht so reibungslos verlaufen. Wie haben Sie das wahrgenommen? 
Michel: Ich habe in dem einen Jahr mehr gelernt, als mir lieb gewesen wäre. Aber letztendlich kann man alles als Lebenserfahrung abhaken. Irgendwann profitiert man davon.

Haben Sie noch Kontakt? 
Finkbeiner: Man läuft sich immer wieder über den Weg und es ist respektvoll. Wir haben auch nie miteinander gestritten, das muss man schon auch dazu sagen. Wir äußern uns bei dem Thema eigentlich nicht in der Öffentlichkeit. Das war unsere Maxime von Anfang an. Dafür haben natürlich viele kein Verständnis, die wissen wollten, wie das so war. Aber wir würden uns da nie respektlos äußern. So wollen wir es auch beibehalten.

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19.07.2018