Ausgabe 225, Porträts

Matteo Ferrantino: Wie bei Mama

Er bringt den Süden Italiens mitten in die Hafencity nach Hamburg: Matteo Ferrantino hat sich mit seinem Restaurant Bianc einen Traum erfüllt und schenkt seinen Gästen etwas Urlaubsfeeling im hektischen Alltag.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Thomas Haindl, beigestellt

Junge 18 Jahre war er alt, als Matteo Ferrantino beschloss, seinem Heimatort Mattinata im Süden Italiens den Rücken zu kehren und in die große, weite Welt der Köche zu ziehen. Im Gepäck hatte er vor allem den eisernen Willen zu lernen und die Idee, irgendwann sein eigenes Restaurant zu eröffnen. Dabei war der ursprüngliche Plan seiner Mama für ihn ein ganz anderer: „Da meine beiden Brüder auch Chefköche sind, wollte sie, dass ich den Beruf des Elektrikers erlerne. 

Ich habe auch eine Ausbildung dazu begonnen, doch nach sechs Monaten wieder beendet, weil es mir nicht gefallen hat“, erzählt der Italiener und untermalt selbstverständlich seine Erzählungen mit einigen Gesten. Die Ausbildung zum Koch in Italien dauerte drei Jahre, der weitere Plan lautete Learning by Doing: „Also packte ich meine Koffer und begann zu reisen und zu arbeiten.“ Seine Reisen führten Matteo Ferrantino nach Spanien, Großbritannien und Österreich.

Er kochte zusammen mit Starköchen wie Roland Trettl oder Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann und – durch seinen Job im Hangar-7 – mit vielen weiteren Größen der internationalen Küche. Am meisten inspiriert hat ihn aber der 3-Sterne-Koch Joachim Wissler vom Restaurant Vendôme. „Es war die Art, wie er arbeitete, die mich fasziniert hat. So konzentriert und so perfekt wie ein Mensch, der zu einer Maschine wird.“ In Portugal hat Ferrantino ein wenig länger verweilt und war in der Vila Joya an der Algarve neben 2-Sterne-Koch Dieter Koschina Küchenchef. 

Bis es ihn in den Norden zog, zunächst noch als Besucher: „Ende 2015 bin ich nach Hamburg gereist, um zu sehen, ob diese Stadt etwas für mich wäre“, erzählt er. Und ob! Sofort hat ihn das Tor zur Welt in seinen Bann gezogen und er konnte sich nur allzu gut vorstellen, dass hier seine Zukunft liegen würde. „Zwei Jahre später ist dann mein Traum wahr geworden. Ich habe mein eigenes Restaurant Bianc in der Hafencity eröffnet."

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19.07.2018