Ausgabe 226

Die grosse Lebensmittel(r)evolution: so essen wir in Zukunft

Willst du mich Pflanzen? Insekten, Pflanzen und Fisch aus der Großstadt sagen dem Fleisch den Kampf an – ROLLING PIN wirft einen Blick in die Glaskugel und sieht sich an, woran Produzenten im Jahr 2033 arbeiten könnten.

Text: Sissy Rabl     Fotos: Monika Reiter

Es ist ein Montag im Jahr 2033. Zum Frühstückskaffee isst du eine Schale Insekten-Granola mit Früchten und Joghurt. In die Arbeit nimmst du dir einen Salat mit, den du in deiner kleinen Indoor-Farm in einem Glaskasten in der eigenen Küche angesetzt hast. Beim Abendessen mit Freunden stehen dir im Stammbeisl neben einem Dry-Aged-Steak von Wagyu-Rindern auch ein Burger mit In-vitro-Fleisch, Fisch aus Aquaponik-Kulturen aus der Nachbarschaft und eine ganze Reihe an Gerichten mit Gemüse und pflanzlichen Komponenten, die du so vielleicht vor einigen Jahren noch gar nicht kanntest, zur Auswahl.

Aquaponik: Fische, die gegen den Strom schwimmen

Mag dieses Szenario auch leicht überspitzt sein, gibt es doch genug Anzeichen, dass sich die Ernährung in den nächsten 15 Jahren in diese Richtung bewegen wird. Und das nicht nur aus einer Mode heraus, sondern zum Teil auch aus Notwendigkeit. Der diesjährige Welterschöpfungstag fiel auf den 1. August: Laut dem Global Footprint Network hat die Nachfrage der Weltbevölkerung an endlichen Ressourcen mit diesem Tag die Kapazität der Erde, diese zu reproduzieren, für 2018 überstiegen.

Man muss diese Zahlen nicht überprüfen, damit man ein unbestrittenes Problem vor Augen hat: Die Weltbevölkerung wächst stetig weiter, während unsere Ressourcen endlich und unser Konsumverhalten wenig nachhaltig sind. Insbesondere auch das Wachstum der Mittelschicht belastet die Umwelt weiter, denn sie kann sich auch den Verzehr von Fleisch leisten. Die Soja- und Getreideproduktion zur Herstellung von Tierfutter hat sich intensiviert, von Überweidung, Überfischung, Waldschädigung und Treibhausgasen ganz abgesehen.

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13.08.2018