Ausgabe 226, Management-Tipps

Die Gastromacher

Gastro-Masterminds wie Claus Meyer, Nick Jones oder Petter Stordalen haben mit ihren bahnbrechenden Konzepten die letzten 15 Jahre maßgeblich geprägt. Sie haben gezeigt, wie man mit Mut zur Lücke erfolgreich wird.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Helge O. Sommer, beigestellt, Leo Lettmayr, Monika Reiter, Danny Elwes, Peter Brinch, Johann Goossen,

#foodporn: 168 Millionen Beiträge. #food: 288 Millionen Beiträge. Instagram speziell, aber auch alle weiteren Social-Media-Kanäle sind voll mit Bildern von Gerichten jeglicher Stilrichtung, die User lieben es, applaudieren imaginär und belohnen diese mit einem genüsslichen „I like“. Dasselbe gilt für Beiträge und Bilder über außergewöhnliche Hotels, Party-Locations und Bars. 

Vorbei sind die Zeiten, wo man sich mit langweiligen Gerichten, einer ebensolchen Präsentation derer oder mit faden 08/15-Hotelzimmern inklusive gleichartigen Drumherum zufrieden gab. Die Welt ist offener geworden, bunter und – vor allem – die Reisenden und Genusssuchenden informierter. Heute schaut man sich nicht bloß in seinem Viertel oder, im äußersten Fall, in der eigenen Stadt um. 

Heute reist man, wenn nicht persönlich, dann zumindest virtuell durch die ganze Welt und kann sich vor lauter Ideen und Anregungen kaum noch retten. „Restaurants, Bars und Hotels müssen heute sexy sein. Individualität ist gefragt ebenso wie ein Storytelling, das dahinter steht“, sagt Gastro-Experte Pierre Nierhaus und bringt die Anforderungen der heutigen Zeit mit einem Satz auf den Punkt: „Alles, was wir machen, muss Instagram-fähig sein.“

David Chang

Wirft man einen Blick rund um den Globus, dann findet man sie, diese innovativen Geister, diese Vordenker, die, die wissen, wie man den heutigen Gast rundum zufrieden macht. Die Herangehensweisen mögen zwar unterschiedlich sein, doch das Ziel und das Ergebnis sind immer dasselbe. David Chang ist einer von ihnen. Mit seiner Momofuku Noodle Bar hat er schon vor 14 Jahren den Nerv der Zeit getroffen. Aufgesprungen auf den Asia-Foodtrend, gepaart mit einem Monokonzept und verdammt guter Qualität war er ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu stoppen. 

Oder man nehme Christian Mook mit seiner gleichnamigen Unternehmensgruppe. Vor über zwei Jahrzehnten, als er mit einem seiner Lokale, dem M-Steakhouse, einem Restaurant nach amerikanischem Vorbild, startete, mussten den Gästen die verschiedenen Steaks noch gezeigt werden, da die Kenntnis darüber schlicht noch nicht vorhanden war. Er war seiner Zeit voraus und wusste damals schon: „Wer international bestehen will, muss seinen Gästen etwas bieten.“

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13.08.2018