Ausgabe 226

Hummerfischer im Porträt: Lobster Love

Vom Fliesenleger zum Hummerfischer: Detlef Nitze kam vor 40 Jahren als Handwerker nach Helgoland, ist heute einer der vier Hummerfischer der deutschen Hochseeinsel und versorgt die Inselgastronomie mit der Delikatesse.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Lilo Tadday Helgoland/www.foto-helgoland.de, Martin Linne, Shutterstock, beigestellt

Taschenkrebse und Hummer – das sind zwei Gründe, die für einen Besuch der deutschen Hochseeinsel Helgoland sprechen. Die Ruhe, das Lebensgefühl, die auto- und zollfreie Zone und das Klima sind weitere positive Aspekte, die Touristen auf die Insel locken.

Ganz genau das sind auch die Gründe, die Detlef Nitze 1981 zum Zuwanderer machten. Zuvor hat er im hohen Norden in Cuxhaven gelebt und dort auch seine Ausbildung zum Maurer und Fliesenleger absolviert. „Da ich schon immer eine Leidenschaft für die Fischerei hatte, dauerte es nicht lang und ich wurde von zwei alten Helgoländer Fischern in die Fischerei aufgenommen“, erzählt der Wahlhelgoländer, der in einer Fischerei-Familie aufwuchs und auf Helgoland besonders den fehlenden „Festlandstress“ schätzt.

Bei der Arbeit: Detlef Nitze und seine Helgoländer Hummer 

Über mehrere Jahre hinweg lernte er alles, was wichtig ist, um den Beruf des Fischers gut und freudebringend auszuüben. „Die wichtigsten Vo­raussetzungen eines Fischers sind die Leidenschaft und die Bereitschaft, viel Arbeit in Kauf zu nehmen“, erklärt Nitze. Nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch an Schlechtwettertagen muss der Job erledigt werden.

Um für Sicherheit an Bord zu sorgen, sind Wetterkunde, der Umgang mit den Gezeitenströmungen und starken Winden sowie Wissen über das achtsame Arbeiten in der Natur unerlässlich. Einer, der auf Nitzes Hummer schwört, ist Maik Strohm. Er ist kulinarischer Leiter von sieben Gastronomien auf Helgoland, die zur Hoteliersfamilie Rickmers gehören.

„Wir arbeiten seit sechs Jahren mit Detlef Nitze zusammen. Neben circa zehn bis 15 Kilogramm Hummer bekommen wir auch rund 150 bis 200 Kilogramm Knieper pro Woche von ihm“, erzählt Strohm.



HIER registrieren

13.08.2018