Ausgabe 226, Management-Tipps

Mein grösster Fehler: Stefan Marquard

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig. Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen, davon, was sie daraus gelernt haben und wie sie es heute besser machen. Diesmal: Stefan Marquard.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Mike Krueger

Er ist eine der schrillsten Persönlichkeiten der Branche. Einer, der sich nie verbiegen ließ und es auch heute nicht tut, komme, was wolle. Die berufliche Laufbahn von Stefan Marquard liest sich wie ein spannender Roman. Der Metzgerlehrling, dem das nicht genug war und der daher die Lehre zum Koch dranhängte. Bald stellte sich heraus, was alles in ihm steckt, der Weg in die Haute Cuisine war geebnet. 

Er war Mastermind und Chefkoch im besten italienischen Restaurant Deutschlands, wurde später selbst Unternehmer und schraubte sich und sein Tun ein wenig zurück, als der Nachwuchs da war. 2014 gründete er seine eigene Akademie, in der er Seminare für Köche, Gastronomen, Unternehmer und Kochbegeisterte anbietet. Ein Jahr darauf ruft er das Präventionsprogramm „Sterneküche macht Schule“ ins Leben. Fernsehauftritte meistert er mit links und für gute Ideen und neue Projekte ist der „Vater der JUNGEN WILDEN“ jederzeit zu haben.

Stefan Marquard

Und genau da liegt der Hund begraben. Wenn die Zutat „Begeisterung“ bei einer neuen Idee überwog, neigte Stefan Marquard dazu, alles andere zu übersehen. Das Fieber war entfacht, der Partner – weil Marquard alleine keinen Spaß hat – mit ins Boot geholt und sofort konnte Fahrt aufgenommen werden. „Ich bin voller Begeisterung und Ansporn in ein Projekt reingegangen. 

Gleichzeitig aber auch völlig blauäugig.“ Die schlimme Erkenntnis traf den Bayern wie ein Blitz: „Bei Geld hört sich die Freundschaft auf“, ist sein bitteres Resümee und nun liegt ihm viel daran, alle, die in die gleiche Falle tappen könnten, zu warnen. „Wir waren sehr gute Freunde, hatten die gleichen Ziele, aber irgendwann gehen die Vorstellungen auseinander“, erinnert sich Marquard und erzählt weiter: „Oft reichen auch Kleinigkeiten.“

HIER registrieren

13.08.2018