Ausgabe 229

Lukas Mraz: Der Unbekömmliche

Er ist gekommen, um Wien seine Konventionalität auszutreiben: Lukas Mraz vom Zweisterner Mraz & Sohn liefert skurriles kulinarisches Kabarett vom feinsten.

Text: Sissy Rabl     Fotos: Lukas Kirchgasser, Nancy Jesse/Nils Hasenau Fotografie, Gerd Tschebular

Es gibt Leute, die nehmen sich selbst sehr ernst. Und dann gibt es Lukas Mraz. Mit dem jungen Österreicher hat auf den CHEFDAYS Germany der vielbesungene Wiener Schmäh Einzug gehalten und alles, was dazugehört: Selbstironie, Gemütlichkeit und eine leichte Fahne vom Vortag. Mraz trat mit typischem roten Rauschebart und Sonnenbrille à la Tom Cruise in „Risky Business“ auf („Die Brille ist alkoholbedingt“). Notizen zum Vortrag stehen hingefetzt auf einem am Flughafen erworbenen Schmierzettel.

Im Schlepptau hat er einen österreichischen Partner in Crime: den Salzburger Felix Schellhorn, der selbst das Hotel Hansihansi in Bad Gastein betrieben hat. Bis vor einem halben Jahr hat der gebürtige Wiener Mraz noch in der Berliner Cordobar Publikumslieblinge wie seine legendäre Blutwurstpizza aufgetischt. Jetzt steht er in der mit zwei Michelin-Sternen prämierten Küche seines Vaters Markus Mraz im 20. Wiener Gemeindebezirk und erschüttert dessen Küche mit seinem wahnwitzigen Elan und unruhigem Gemüt bis in die Grundfesten. 

„Um die Uhrzeit habe ich in Berlin – außer im Club – überhaupt noch nie so viele Leute auf einem Haufen gesehen“, beginnt er seine Präsentation um 11.30 Uhr. Zwei Gerichte hat Mraz für seine Bühnenshow vorbereitet. Das erste wurde eigens konzipiert, um die Wiener Hautevolee vor den Kopf zu stoßen: „In Wien sind die Leute ja doch noch etwas konventioneller als in Berlin. Da dachte ich, den Anzugträgern verpass ich mal eine Watschn (Anm. Ohrfeige) gleich mit dem ersten Gang“, erklärt sich der Wiener Lausbub.

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12.10.2018