Ausgabe 229

Kevin Fehling: Mr. Positive

Erfolg und Bodenständigkeit – geht das? Ja, denn Kevin ­Fehling macht es vor. Im Talk bei den CHEFDAYS gibt der ­sympathische 3-Sterne-Koch tiefe Einblicke in sein Leben.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Lukas Kirchgasser, Gerd Tschebular

Kevin Fehling bei den CHEFDAYS Germany und die Küche auf der Bühne der Mainstage bleibt kalt. Stattdessen bot man heißen Talk und das Publikum war begeistert, lauschte aufmerksam. Denn der Gastrovisionär mit seiner unverwechselbaren Küche und innovativen Philosophie hat in den letzten Jahren einiges vorgelegt und weiß auch darüber zu berichten. So wird er von Moderator Jürgen Pichler gleich zu Beginn aufgefordert, à la Elevator Pitch in 60 Sekunden das Besondere an seinem Restaurant The Table zu beschreiben, was er meistert mit Bravour. 

Fehling erzählt vom geschwungenen Tisch, an dem jeder Gast sein Refugium habe. Man könne mit anderen Gästen kommunizieren, müsse aber nicht. „Die Idee war es, Küche, Service und Gast verschmelzen zu lassen“, erklärt der Konzeptionist. Besonders wichtig sei es ihm und seinem Team, die Gäste mit Begeisterung zu überzeugen, nicht mit Pomp oder Luxus. „Essen muss Spaß machen“, ist das Credo. Es sind viele Details, die The Table zu dem machen, was es ist.

Kevin Fehling

Angefangen vom Empfang der Gäste über Musik, Akustik, Geruch, Temperatur, die Haptik des Tisches bis hin zum Sitzgefühl. „Ich entscheide innerhalb von drei Minuten, ob ich mich wohlfühle oder nicht“, erklärt Fehling all diese Überlegungen. Als der Spitzenkoch über seinen Arbeitsalltag berichtet, wird es lustig. Zwischen zwölf und 14 Uhr trifft Fehling im Restaurant in der Hafen-City ein, bespricht sich mit seinem Sous Chef Dennis, mit dem er in den Jahren schon so etwas wie eine Symbiose an Kreativität eingegangen ist.

„Dann geh ich rauf zu meiner Assistentin, die von mir dann bearbeitet wird“, erzählt Kevin Fehling. Es sickert, kurze Stille, dann geht schon das Gelächter im Publikum los. Ja Kevin, jetzt herrscht Erklärungsbedarf, aber auch das meistert er mit Charme und Humor, obwohl er selbst das Gefühl hatte: „Jetzt rede ich mich um Kopf und Kragen.“ Ein bisschen. Aber letztendlich merkt man sich diesen Satz: „Meine Assistentin ist die beste Investition, die ich in meinem Leben gemacht habe. Sie kann so schnell und gut schreiben und ich ebenso sprechen und so ergeben wir auch eine Symbiose.“

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12.10.2018