Ausgabe 229

Ein Gastgeber wird persönlich

Auch einem Kaliber wie Til Schweiger blieben die Anfangswehen eines neuen Restaurants nicht erspart. Doch mittlerweile läuft alles prächtig – und Schweiger entpuppt sich in seinem Barefood Deli als grandioser Gastgeber.

Text: Lucas Palm     Fotos: Thomas Haindl, Jana Sachse

Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent – und mittlerweile auch Gastronom. Seit fast zwei Jahren betreibt Til Schweiger in Hamburg sein Bare­food Deli Restaurant. Und wie es scheint, läuft mittlerweile alles prächtig. Das ist umso bemerkenswerter, als dass nach der schillernden Eröffnungsparty ein vermeintliches Skandälchen um den Neo-Gastronomen das andere jagte. Rock-Legende Udo Lindenberg, Box-Titan Wladimir Klitschko, kurz: Das Who’s Who der deutschen Prominenz gab sich die Ehre zu Schweigers Premiere als Gastronom. Doch der Eröffnungsenthusiasmus wurde – wenn auch nur kurz – getrübt. Ein paar Monate nach dem Opening echauffierten sich Medien über den Preis des gefilterten und veredelten Leitungswassers. 1,80 Euro für den Viertelliter, 4,20 für den Liter. Als „Hamburgs teuerstes Leitungswasser“ wurde Schweigers entkalktes „Barewater“ gemobbt. Schweigers Gegendarstellung gehörte zu einem der meistgelesenen Artikeln auf der Website eines bekannten deutschen Wochenmagazins. „Anders als andere Markenwasser reist unseres keine tausend Kilometer über die Autobahn, sondern wird vor Ort gefiltert, veredelt und abgefüllt“, so Schweiger in seinem Gegenangriff. „Wenn man jetzt bedenkt, was wir mit unserem Wasser alles anstellen, bevor es auf den Tisch kommt (filtern, zapfen, veredeln, etc.), und man die dafür erforderlichen Personalkosten einrechnet, liegt unser Deckungsbeitrag am untersten Ende dessen, was in der Hamburger Gastronomie Standard ist.“ Damit war die Watergate-Affäre erledigt.

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12.10.2018