Ausgabe 230

Wie Heinz Reitbauer im Steirereck die österreichische Küche revolutioniert

Tränen, vorgetäuschte Sprachkenntnisse und ein illegaler Auslandsaufenthalt: Wie Heinz Reitbauer die österreichische Küche revolutioniert – und seine Leidenschaft für Pilze entdeckte.

Text: Lucas Palm     Fotos: Monika Reiter, beigestellt

Heinz Reitbauer hätte oft Gelegenheit gehabt, den bequemen Weg zu gehen. Doch wer wie er die Küche eines ganzes Landes revolutioniert, hält von Bequemlichkeit wohl nicht besonders viel. Das beweist nicht nur sein Werdegang, sondern auch seine Art und Weise, sein legendäres Steirereck in Wien zu führen, weiterzuentwickeln und als eines der besten Restaurants weltweit zu halten. Angefangen hat alles im elterlichen Betrieb. „Aus Liebe zu meiner Mutter“, wie Reitbauer sagt, hatte er im aufstrebenden Steirereck seiner Eltern die Lehre begonnen. Es ging vor allem darum, nach den Jahren im Internat wieder im Schoß der Familie zu sein. Doch schnell zeichnete sich ab: Für den jungen Heinz Reitbauer voller Tatendrang war das nichts. „Ich habe zu Hause an zu vielem angeeckt, eher mit der Familie als mit allem anderen“, so der 2-Sterne-Koch schmunzelnd. Da kam ihm der Tipp eines befreundeten Gastronomie-Kritikers gerade recht. Denn dieser empfahl ihm das Restaurant von Karl und Rudi Obauer in Werfen. „Ich hatte damals das Gefühl, dass ich wahnsinnig gut bin für mein Alter“, so Reitbauer, „und auch bei den Obauers fing ich mit dem Gefühl an, dass ich meiner Generation meilenweit voraus bin.“ Doch Reitbauers jugendlicher Größenwahn verflog in Werfen innerhalb kürzester Zeit.



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02.11.2018