Ausgabe 230

Was die Barlegende Charles Schumann bereut

Mit seiner Schumann’s American Bar in München zählt der Barkeeper Charles Schumann zu den ganz Großen. Welche Fehler er in seiner Laufbahn lieber vermieden hätte, hat er uns verraten.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Thomas Haindl

Er ist Model, Buchautor, Werbe-Testimonial und vor allem einer der berühmtesten Barkeeper der WeltCharles Schumann ist mit seiner Bar Schumann’s in München längst in die Hall of Fame aufgenommen und seine Lebensgeschichte liest sich wie ein Roman. Geboren als Karl Georg Schuhmann in Oberpfalz schmiss er mit 17 das bischöfliche Gymnasium in Regensburg, ging zum Bundesgrenzschutz und absolvierte eine Ausbildung zum Konsulatssekretär im Auswärtigen Amt.  

Erst danach schlug er den Weg in die Gastronomie ein und besuchte eine Hotelfachschule in der Schweiz. Den Namen Charles verdankt er seiner Zeit in Südfrankreich, wo er zwei Jahre lang in diversen Diskotheken und Nachtlokalen arbeitete. Damals studierte er auch an der Universität von Montpellier Französisch. 1973 kehrte er nach Deutschland zurück, holte das Abitur nach und studierte politische Wissenschaft und Publizistik. Nebenbei arbeitet er in München als Barkeeper in der legendären Harry’s New York Bar.

Neun Jahre später eröffnete er seine eigene Bar: die Schumann’s American Bar, die schnell große Popularität erlangte und zur Stammbar für Künstler und Persönlichkeiten aus aller Welt wurde. Schumann ist dafür bekannt, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt, warum sollte er dann ausgerechnet jetzt, mit stolzen 77 Jahren, damit aufhören? „Es passt nicht zu mir, darüber zu reden, was ich für Fehler gemacht habe“, beginnt er also, um kurz darauf doch mit der Sprache rauszurücken: „Ich hätte viel früher mit Österreichern zusammen arbeiten müssen. 

Es gibt einfach wunderbare Menschen in Österreich“, erzählt er und noch bevor man herausfindet, ob der gute Mann sich ein Späßchen erlaubt oder nicht, fährt er schon fort: „Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich meine, dass viele dort gebildeter sind und für eine Bar, wie ich sie mache, mehr Verständnis hätten.“ Okay, das war ja schon einmal ein Anfang und ein bisschen Wahrheit steckt ja bekanntlich in jeder Aussage.

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02.11.2018