Ausgabe 230, Porträts

Rasmus Kofoed: Der 3-Sterne-Koch aus Dänemark über Work-Life-Balance

Aller guten Dinge sind drei: drei Michelin-Sterne, drei Bocuse-D’Or-Trophäen, Vater dreier Kinder. Rasmus Kofoed hat alles erreicht. Wie der Dänische Spitzenkoch seine Balance fand.

Text: Sissy Rabl     Fotos: beigestellt

Vor sieben Jahren hat Rasmus Kofoed das Ziel erreicht, auf das er ein knappes Jahrzehnt hingearbeitet hat. Damals konnte man sich Vorträge von dem dänischen Spitzenkoch anhören, wo er vor Ehrgeiz glühte. Mit knabenhaftem Eifer erklärte er, dass er alles für den Sieg tue, mit eiserner Diszi­plin hat er darauf hingearbeitet. Ein junger, getriebener Koch aus einem kleinen Land an der Nordsee, der nach den Sternen griff.

Rasmus Kofoed hat gut lachen

Das Glück steht Rasmus Kofoed ins Gesicht geschrieben.

Nun, seine Sterne hat er erreicht und er ist dabei weit über das Ziel hinausgeschossen: Nachdem er 2005 Bronze und 2007 Silber beim Bocuse d’Or abgeräumt hatte, konnte er 2011 endlich den kleinen Paul in Gold mit nach Hause nehmen. Er ist der erste Chef, dem es gelang, drei der begehrten Trophäen zu erkämpfen. Zusätzlich ist er nicht nur zum besten Chef Dänemarks ernannt worden, sondern hat mit seinem Restaurant Geranium in Kopenhagen drei Michelin-Sterne erarbeitet – übrigens als erster Däne ever – und steht damit auf Platz 19 der The-World’s-50-Best-Restaurants-Liste.

Selbst der Himmel liegt ihm noch zu Füßen.Man erwartet sich also einen Menschen, der sich entweder im selbstverliebten Größenwahn über der Masse wägt oder frenetisch nach neuen, noch höheren Zielen strebt. Man findet einen glücklichen Familienvater, einen Mann mit Work-Life-Balance, einen ausgeglichenen Sportler. Der Ruf der Natur Rasmus Kofoed beschwert sich über das Wetter. Es hat 32 Grad in diesem Rekordsommer in Dänemark und er hofft, es ist ein einmaliger Ausrutscher. Er mag sein kleines Land umgeben von Wasser grün, kühl, wild und rau.

Die Natur ist seine Muse und er sucht so viel Zeit wie möglich mit ihr in romantischer Zweisamkeit beim Laufen an der Küste und Spazieren im Wald. „Für mich haben Wälder etwas Romantisches, fast wie aus einem Märchen, und sie bieten dir ein Time-out“, sagt der dänische Spitzenkoch. Kofoed mag die Stadt, aber manchmal reicht’s mit der ewigen Flut an Informationen. Dann wird das Handy ausgeschaltet, im Kopf legt sich der Sturm und die Inspiration kommt ganz von allein. Manchmal nimmt er auch eines seiner drei Kinder mit auf seine Ausflüge.

HIER registrieren

02.11.2018