Ausgabe 232

High-End-Convenience: Quickie in der Küche

Die meisten tun es, niemand spricht darüber. Warum Convenience-Food heute besser ist als sein Ruf und was das für die Zukunft des Kochberufs bedeutet.

Text: Lucas Palm     Fotos: Monika Reiter

Sobald es in der Gastrobranche um Convenience geht, wird’s unbequem. Bis heute wird der Ausdruck Convenience-Food, zu Deutsch etwa „bequemes Essen“, bestenfalls als leidiges Unwort abgetan. Meist aber wird es schlichtweg tabuisiert. Die veraltete Vorstellung von rot-gelben Maggi-Verpackungen als kulinarischer Blasphemie schlechthin hält sich offenbar hartnäckig. Doch die Zeiten haben sich geändert. Convenience ist nicht mehr einfach Convenience, sondern ein weites Feld. Zeit also, sich erstens einmal genauer anzusehen, was im Jahr 2019 alles so hinter (und in!) Convenience steckt. Und zweitens endlich einmal mit dem eindimensionalen Bashing aufzuhören. Schließlich gibt es mittlerweile auch sogenannte High-End-Convenience, die ihrem Namen alle Ehre macht und sich zunehmend im wahrsten Sinne des Wortes in die Zukunft der Spitzengastronomie einmischt.

Bleiben wir bei diesem gastronomisch so verschwiegenen wie explosiven Thema erst einmal auf dem Boden der Tatsachen. Eine genaue Definition davon, was Convenience bedeutet, kann als Ausgangspunkt inmitten dieser vergifteten Diskussionshölle nicht schaden. Spricht man von Convenience-Food, meint man damit also schlichtweg „Nahrungsmittel, die für die Weiterverarbeitung in der Gastronomie vorbereitet sind“. So einfach ist das. Wären da nicht Fragen über Fragen, die diese zehn Wörter nach sich ziehen. Die da wären: Wo fängt Convenience an? Wo hört Convenience auf? Und ab wann kann man von High-End-Convenience sprechen? Und überhaupt: Was bedeutet High- End-Convenience für die Zukunft der Gastronomie und die Zukunft des Kochberufs?



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21.01.2019