Ausgabe 233

Mein größter Fehler: Alexander Herrmann

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig: Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen.

Text: Laura Jung     Fotos: Patrick Kirchberger

Das Geheimnis des Profis

Zu der Frage, was sein größter Fehler im Leben war, sagt Alexander Herrmann schlicht: „Ich nehme Fehler nur bedingt wahr.“ Ist das vielleicht schon das Geheimnis der Profis? Sich nicht lange an missglückten Momenten aufhalten und einfach weitermachen? 

„Ja“, sagt Herrmann, „weil Fehler der normale Prozess auf dem Weg zum Gewinner sind! Es gibt keinen Gewinner, der nicht unzählige Fehler gemacht hat. Irgendwann hat man so viel Erfahrung im Fehlermachen, dass man als Experte auftreten kann“, sagt der Franke amüsiert. Gerade ist er mit seiner Live-Koch-Show „Schnell mal was Gutes!“ auf Deutschlandtour und unterhält die Besucher mit einer Mischung aus Stand-up-Comedy und Geheimtipps aus der Gourmetküche. 

Alexander Herrmann ist Fernsehkoch der ersten Stunde. Derzeit ist er als Jurymitglied von „The Taste“ zu sehen, tourt mit seiner eigenen Stand-up-Comedy-Koch-Show durch Deutschland und moderiert die Sendung „Kampf der Köche“.

Der große Küchenchef und seine Weisheiten

Dann wird Herrmann aber doch kurz ernst und überlegt. „Mein größter Fehler war, dass ich zu lange an den Weisheiten der klassischen Gourmet- und Kochszene festgehalten habe.“ Aufgewachsen im Landkreis Kulmbach in einer Hotelierfamilie in Wirsberg, erfuhr er schon früh, worauf es in der Fine-Dining-Szene vermeintlich ankam: „auf den großen Küchenchef und seine Weisheiten“. 

Vor 30 Jahren seien noch „egogetriebene Speisekarten“ geschrieben worden. „Entsprechend hierarchisch ging es in der Küche zu“, erinnert sich Herrmann, „und ich habe immer gedacht, das muss so sein.“ 



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15.02.2019