Ausgabe 235

Rolling Pin Awards 2019: Sven Uzat

In Wien hat er ein Zuhause gefunden – und das Silvio Nickol mit ihm gleich zwei Posten top besetzt: Als Maître und Sommelier in Personaleinheit imponiert Sven Uzat Gästen und der Branche.

Text: Alexandra Polič     Fotos: Raphael Gabauer, Palais Coburg Residenz, beigestellt

Sven Uzat ist Maître des Jahres.

Von Sven Uzats Hobbys – Fußball und Wein – verhalf ihm nur eines zur großen Karriere. Das lag wohl auch an der Motivation zur Berufswahl. „Die Arbeit mit dem Gast hat mir schon immer Spaß gemacht“, sagt Uzat. Und weil das im Sport selten der Fall ist, wurde es der Wein – und der Hobbyfußballer zum hauptberuflichen Restaurantleiter und Sommelier. Die richtige Entscheidung: Der 28-Jährige gehört heute zu den besten seines Fachs.

Vom Waldhotel Sonnora ins Silvio Nickol

Angefangen hat die steile Gastronomie-Karriere des Sven Uzat im fränkischen Erlangen. Im Arvena Business Hotel absolviert der gebürtige Deutsche nach dem Abitur die Ausbildung zum Hotelfachmann. Danach leistet er der Familie Thieltges im Waldhotel Sonnora seine Dienste. Dass sie es geschafft hat, „mit eigenen Mitteln einen erfolgreichen Gastronomiebetrieb aufzustellen und ihn 30 Jahre lang erfolgreich zu führen“, hat bei dem Maître schweren Eindruck hinterlassen.

Rekordläufer

Seine Kindheit verbringt Sven Uzat in Großgründlach bei Nürnberg mit seiner Familie. Im nahe gelegenen Erlangen lernt er nach dem Abitur den Beruf des Hotelfachmanns. Die  Familie Thieltges, in deren 3-Sterne-Hotel Sonnora er danach arbeitet, dient ihm bis heute als Vorbild. Zur selben Zeit absolviert er die Ausbildung zum Diplom-Sommelier. Im Juli 2013 dann beginnt Uzats Rekordlauf im Wiener Palais Coburg. Der Sprinter geht als Demi Chef de Rang und Commis Sommelier des Restaurants Silvio Nickol an den Start, passiert den Posten des Chef de Rang und erreicht nur ein Jahr später die Stelle des assistierenden Restaurantmanagers und Sommeliers in Personalunion. Auch ein kurzer  Karriere-Ausflug ins Sternerestaurant Le Ciel im Kempinski Hotel Berchtesgaden kann Uzats Bestzeit nicht gefährden. Am Ende bleibt der Maître der österreichischen Hauptstadt und Silvio Nickol treu: Seit September 2016 leitet er das Restaurant. 

Nirgends scheint sich Uzat so heimisch zu fühlen wie im Restaurant Silvio Nickol. „Seit September 2016 bin ich wieder dort“, sagt Uzat. Eigentlich beginnt er im Restaurant des Palais Coburg bereits im Jahr 2013 als Demi Chef de Rang und Commis Sommelier – und erklimmt innerhalb kürzester Zeit alle Karrierestufen bis zum Restaurantleiter. Nur kurz gerät er auf Abwege: Im Sommer 2015 wechselt er ins Le Ciel. Aber das Jahr als Maître und Chef Sommelier im Kempinski Hotel Berchtesgaden zählt er zu den wichtigsten Erfahrungen seines Berufslebens.

Sven Uzat ist ein Teamplayer – Ehrlichkeit und Menschlichkeit schätzt der Maître an seiner Servicebrigade
Im Herzen Wiens empfängt das Palais Coburg seine Gäste
Hier vereint das Küchenteam des Silvio Nickol die Geschmäcke von Gambero Rosso, Karotten, Mango und Kamille
Insgesamt bietet das Restaurant an 15 Tischen Platz für bis zu 50 Gäste.

Immer wieder Wien

Uzat packt danach die deutsche Gründlichkeit einfach ein, kehrt zurück nach Wien, kombiniert sie dort mit „österreichischem Charme, Schmäh und Leichtigkeit“ – und kreiert: den perfekten Service. Für den Maître bedeutet das, „Gästen einen unvergesslichen Abend zu bereiten“. Ohne sein großartiges Team, das ihm immer den Rücken freihalte, sei so eine Leistung allerdings nicht möglich.

Was seinen derzeitigen Arbeitsplatz außerdem auszeichnet? „Seine Mitarbeiter und Vorgesetzten, Flexibilität, die Menschlichkeit.“ Auch die Stadt hat es dem gebürtigen Deutschen angetan. „Ich liebe Wien“, schwärmt Uzat, „Großstadt und Erholungsmöglichkeiten harmonieren hier perfekt.“

Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.

Sven Uzats Leitspruch beweist seinen unbändigen Schaffensdrang

Wo er in fünf Jahren sein wird, könne er leider nicht sagen; da vertraut der 28-Jährige aber ganz auf das Schicksal: „Alles kommt, wie es kommen soll.“ So viel sei aber verraten: Bleibt er seinem Leitspruch treu, soll Großes kommen. Denn da hält sich Uzat an ein allseits bekan-ntes Zitat: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“

www.palais-coburg.com

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15.04.2019