Ausgabe 237

Work less pay hard: Wie gewinnt man die Generation Z als Mitarbeiter?

Work hard, play hard ist bald Schnee von gestern: Was die Ge­neration Z von der Arbeitswelt erwartet – und wie Unternehmen sie langfristig an sich binden können.

Text: Lucas Palm     Fotos: Shutterstock

Die gute und die schlechte Nachricht 

Die schlechte Nachricht zuerst: Zwei Entwicklungen sprechen dafür, dass für unsere Branche alles schlimmer wird. Erstens arbeitet die Bevölkerungsentwicklung gegen die Gastronomie, heißt: Der Fachkräftemangel wird sich aller Voraussicht nach verstärken, da in unseren Breiten Menschen nicht nur älter werden, sondern auch zu wenig Nachwuchs in die Welt setzen, der die personellen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes sättigen würde. Zweitens: Die kommende Generation an Arbeitnehmern – die Generation Z – hat ein komplett anderes Verständnis von Lohnarbeit.

Denn im Gegensatz zu den vorherigen Generationen pfeift sie darauf, sich unterwürfigst abzurackern, aufzuopfern und sich neun Stunden am Tag von cholerischen Nervenbündeln herumkommandieren zu lassen. Von ihren Eltern weiß sie: Das totale Burn-out-Desaster ist damit vorprogrammiert. Jetzt aber zur guten Nachricht: Beide Probleme hängen nicht nur eng miteinander zusammen, die Wissenschaft hat sie auch bereits als solche erkannt – und tüftelt an Lösungen, die erstaunlich vielversprechend sind. Der Universitätsprofessor Thomas M. Schneidhofer beschäftigt sich seit Jahren mit den Schwerpunkten Karriereforschung und Karrieremanagement – und weiß wie nur wenig andere, was die Generation Z als zukünftige Arbeitnehmer ausmacht.

Leute investieren ihre Zeit selbstständig und unbezahlt, sehen aber einen Sinn darin, weil sie Rückmeldung von der Community bekommen.

Karriereforscher Thomas Schneidhofer über das Prinzip von Wikipedia

Die Generation Z dreht den Spieß um: Sie versteht sich nicht als Arbeitnehmer, sondern als Arbeitgeber – der fair behandelt werden möchte. 

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06.06.2019