Ausgabe 237

Legenden: Helmut Thieltges

Helmut Thieltges interpretierte im Waldhotel Sonnora die Klassik neu: Für sein Lebenswerk erhält er fast zwei Jahrzehnte lang drei Michelin-Sterne. Ruhm aber wollte er nie.

Text: Alexandra Polič     Fotos: Waldhotel Sonnora

Es bedarf schon eines kleinen Kunststücks, Informationen über das Leben von Helmut Thieltges zu finden, die über seine Auszeichnungen hinausgehen. Es bedarf auch eines kleinen Kunststücks, 19 Jahre lang in Folge drei Sterne zu bekommen und seine Person trotz des verdienten Ruhms stets in den Schatten seiner Küche zu stellen. Nie war Thieltges ein Mann der großen Töne. Aber er war in der Tat ein Mann der großen Küche.

Er schreibt kein einziges Kochbuch, keinerlei Aufzeichnungen von Fernsehshows gibt es. Thieltges steht lieber hinter dem Herd als vor der Kamera, das dafür jahrzehntelang mittags und abends. Dass das Produkt der Star ist, lebt kein anderer vor wie er. Aber an alles, was Thieltges schafft, erinnert sein Restaurant im Waldhotel Sonnora in Dreis. 

Helmut Thieltges prägte die Branche: Seine Art, die klassische Küche zu interpretieren, erhielt – und erhält – internationale Anerkennung, sein Restaurant im Waldhotel Sonnora über zwei Jahrzehnte drei Sterne.

An der westdeutschen Eifel liegt das Hotel seiner Eltern. Schon als Helmut am 24. September 1955 geboren wird, vermuten sie, dass auch er später im Familienbetrieb arbeiten wird. Mit 15 Jahren schicken die Thieltges ihn nach Trier. Im Hotel Römischer Kaiser soll er den Beruf des Kochs erlernen, um dann wieder nach Hause zurückzukehren und in den Familienbetrieb einzusteigen. Doch schon Ersteres geht schief: Die ersten zwei Monate seiner Lehre verbringt Thieltges in der Kaffee- und Spülküche. Als er erfährt, dass er in seinem ersten Lehrjahr ausschließlich abwaschen soll, geht er.



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06.06.2019