Ausgabe 237

Mein größter Fehler: Kolja Kleeberg

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig. Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen.

Text: Alexandra Polič     Fotos: Raphael Gabauer

Alles beginnt im Stadttheater in Koblenz. Als Regieassistent und Nebendarsteller begeistert Kolja Kleeberg das Publikum. Standing Ovations. Der Vorhang fällt, als ein Freund ihm eine Lehrstelle als Koch im Le Marron verschafft. Der Applaus lässt auch hier nicht lange auf sich warten.

Ein Restaurant-Leben lang leitet Kolja Kleeberg das Küchengeschehen im Berliner Vau. 19 Jahre lang hält er einen Stern von Michelin, will stets sein Bestes geben. Doch ausgerechnet den Größten der Branche serviert er zu viel des Guten.

1997 hat sich Kleeberg einen Namen gemacht. Josef Viehhauser holt ihn ins Berliner Vau. Vom ersten Tag an dirigiert er dort das Küchengeschehen. Nur wenige Monate nach der Eröffnung erhält das Restaurant seinen ersten Stern. Fast 20 Jahre hält Kleeberg die Auszeichnung, viel länger den Ruhm und die Ehre. Im Jahr 2002 übernimmt der Küchenchef das Lokal – der Betreiber war in finanzielle Probleme geraten. Am Ende soll es auch Kleeberg nicht anders ergehen. 2016 muss er den Einsterner schließen. Kein Höhepunkt, ein Fall.

Zu dieser Zeit verfolgt das deutsche Fernsehpublikum den „Kampf der Köche“ auf Sat1. Schon seit Jahren kennt es Kolja Kleeberg aus dem TV: aus der „Küchenschlacht“ und  aus der „Kocharena“. Seit Oktober 2017 gestaltet er außerdem den Sonntagvormittag so mancher Hauptstädter: Auf radioBERLIN moderiert er die „Kolja Kleeberg Show“, in der er außergewöhnliche Lokale vorstellt. Wer den 55-Jährigen sprechen hört, weiß, dass er Menschen fesseln kann. Mit  angenehm rauer, tief summender Stimme erzählt er von seinem größten Fehler. Er begeht ihn ausgerechnet vor Paul Bocuse und Alain Ducasse.

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06.06.2019