Ausgabe 029, Karriere-Tipps

Fortsetzung Wintersaison 2005/2006:

Arbeiten in Top-Lage mit super Verdienst


vier junge leute prosten gemeinsam an, fotografiert aus der froschperspektive Hier, in den Schweizer Alpen, wo einem die sauerstoffhaltige Winterluft und das traumhafte Panorama den Atem raubt, empfindet man die Arbeit nicht als lästige Pflicht. Im Gegenteil: Die Abwechslung und Vielseitigkeit der Orte bezaubern Besucher und Einheimische gleichermaßen. Ob man die Erholung und Arbeit in ruhiger Lage in den autofreien kleinen Bergdörfern möchte, oder das Partymekka in den Bergen, in der Schweiz ist beides möglich Natürlich ist die Arbeit hart und oft stressig, Touristen gibt es genügend, denn wer möchte nicht in so idyllischen Orten den Urlaub verbringen? Aber als Mitarbeiter in einem der wunderschönen Hotels hier, wird man für den Aufwand mehr als entschädigt. Da die Arbeitsverträge in der Schweiz ohnehin für Gastronomiepersonal die 5 Tage Arbeitswoche vorsehen, gibt’s auch genug Freizeit. Der an die gehobenen Lebenshaltungskosten angepasste Verdienst ist nicht zu verachten, vor allem auch deshalb, weil die meisten Arbeitgeber, obwohl in der Schweiz nicht obligat, bei Kost und Logis sehr entgegenkommend sind.
Eine wunderschöne Kulisse bietet der Bergort Mürren auf dem Schlitthorn. 1650 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist dieser Ort für die 350 Einwohner nur per Bergbahn oder Luftseilbahn erreichbar. Dafür gibt’s hier saubere autofreie Luft und jede Menge Spaß und Action. Dieser Berner Oberländer Kurort stammt aus einer ehemaligen Walsersiedlung und steht mit seinen 14 Hotels als Paradebeispiel für ein idyllisches Schweizer Bergdorf. Ganz oben am Schlitthorngipfel findet man auch das weltberühmte Drehrestaurant „Piz Gloria“. In einer Stunde kann man hier in einer 360 Grad Drehung einen Panoramablick vom Schwarzwald bis zum Mont Blanc sehen. Auch das Naturdenkmal Allmendhubel lädt an der großen Sonnenterasse zum Energietanken ein und die Umgebung lässt sich hier sehr schön in einer Winterwanderung erkunden. Am 3. Dezember geht es dann so richtig los, da knallen die Korken zum Saisonstart 2005. Ob man dann als erstes Curling spielt, Eisstöcke schießt, sich bei der Aquafitness fit trimmt oder sich doch lieber dem klassischen Schneekantenschürfen hingibt, ist bei dem großen Angebot sicher nicht einfach zu entscheiden.

Marlene Kreiner (Hotel Alpenruh in Mürren): Ich wollte nach der Lehre ins Ausland und fand dann über Rolling Pin meine erste Stelle in der Schweiz. Erst war ich in Graubünden und schließlich kam ich in das Hotel Alpenruh in Mürren. Genauso hatte ich mir meinen Job vorgestellt. Hier dürfen Mitarbeiter eigene Ideen einbringen, man arbeitet viel selbstständig und Verantwortung wurde mir bald zugetraut. Und das alles in familiärer, warmherziger Atmosphäre in einer traumhaften Umgebung. Das autoverkehrsfreie Mürren können wir zwar nur via Bergzug oder Gondel erreichen, trotzdem ist im Winter hier sehr viel los. In unseren drei Diskotheken und in den verschiedenen Bars kann man hier viele nette Leute kennen lernen. Da spielt es keine große Rolle, ob Gast oder Personal, man hat gemeinsam Spaß. In der Freizeit gibt es viele Möglichkeiten zum Sport machen, wir spielen hier sehr gerne Curling, wo sogar Mitarbeiter-Meisterschaften, sozusagen Hotel gegen Nachbarhotel, ausgetragen werden. Die Schipässe bekommen wir als Mitarbeiter etwa 20% günstiger. Und falls das Wetter doch einmal zu unfreundlich sein sollte, gehen wir ins Hotelschwimmbad oder können Squash spielen.


Ein Herr spielt Zierharmonika während drei junge leute fröhlich lauschen und vor einer Skihütte sitzen Skihütten, Panoramarestaurants und Schneebars mit sportlicher Vielfalt und Stimmung, das ist St. Moritz und Umgebung. Am 18 . November 2005 startet hier die heurige Wintersaison. Eine besondere Attraktion gibt es jeden Freitag ab 16 Uhr: die Corvatsch Snow Night. Unter dem Motto Schi fahren, boarden, gut essen und Partystimmung, gibt es hier auf der längsten beleuchteten Piste Schneespaß pur. Am späteren Abend sorgen in der großen Disko DJ´s und Feuer-Shows für Stimmung.
Pontresina befindet sich gleich neben St. Moritz im Oberengadin, einem einzigartigen Hochtal im Kanton Graubünden. Die beiden Dörfer, zwischen hohen Bergen eingebettet (z.B.: Piz Bernina- der einzige 4000er der Ostalpen), liegen auf 1800m. Unzählige Sonnentage tauchen die drei großen Skigebiete in ein herrliches Winterpanorama, das man auf 350 Kilometern schneesicherer Abfahrten erleben kann. Jedes Jahr im März geht hier auch das größte Wintersportereignis der Schweiz, der Engadiner Volksmarathon über die Bühne. Die Hotellerie reicht von einfachen Hüttenübernachtungsmöglichkeiten bis zum Fünfsternluxus mit Suiten. 2006 feiert die gesamte Hotellerie St. Moritz Geburtstag. Die große Bedeutung und den Wohlstand erreichte man durch den Tourismus, der 1856 mit dem Engadiner Kulm (heute Kulmhotel) erste Übernachtungsmöglichkeiten bot. 1880 folgte das erste Curling Tunier, 2 Jahre später wurde hier die erste Eiskunstlauf Europameisterschaft ausgetragen, somit war der Grundstein für einen kometenhaften Aufstieg im Fremdenverkehr gelegt. Heute, 150 Jahre später, gehen viele internationale Wettkämpfe in St. Moritz über die Bühne, wie zum Beispiel der FIS Alpine Ski World Cup der Damen am Corviglia im Jänner 2006. Für ein „gutes Nächtle“ sorgen hier 40 Hotels, davon 14 in der Luxusklasse mit vier und fünf Sternen, diese Dichte an Qualität und Sternen ist weltweit einzigartig.
Diese Hotelkategorien sowie die vielen internationalen Gäste machen das Arbeiten hier interessant. Man schätzt hier die geregelten Arbeitszeiten mit einer 5 Tage Woche, die durch den Gesamtarbeitsvertrag zustande kommen.

Konrad Messner (Gastgeber Hotel La Collina, Pontresina): „In unserem Betrieb achten wir auf einen geregelten Arbeitsablauf, wir kümmern uns um die Unterkunft der Mitarbeiter, das oft durch die hohen Mietpreise hier in der Schweiz nicht so einfach ist. Ein großes Anliegen ist uns, dass jeder Mitarbeiter seine Stärken einsetzen kann und Spaß bei der Arbeit hat. Wir führen auch regelmäßig Schulungen durch.“

Davide Calabrese (Servicemitarbeiter Hotel La Collina): „Ich bin 23 Jahre alt und komme aus Sizilien, mein Beruf ist Kellner. Derzeit bin ich zuständig für das Thailändische Feinschmecker Restaurant im 4 Stern Hotel La Collina in Pontresina. An der Schweiz gefällt mir besonders die Qualität der angebotenen Leistungen. Auch wenn hier alles teuer ist – das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Größtenteils ist die Schweiz ja ein sehr korrektes und ordentliches Land, es gibt hier wunderschöne Natur und die Menschen sind sehr weltoffen.
Meine Arbeit liebe ich sehr, am meisten gefällt mir der Kontakt mit den verschiedenen Menschen, in unserem Restaurant treffe ich auf sehr viele Nationalitäten. Ich mag es, in verschiedenen Sprachen auf die Gäste einzugehen, gehobenen Service bieten zu können und zu versuchen, alle Wünsche zu erfüllen, macht mir Spaß. Was mir in der Schweiz nicht gefällt? Da fällt mir als Erstes die katastrophale Wohnungssituation in den meisten Tourismusgebieten ein. Die freien Wohnungen werden lieber zu wahnsinnig hohen Mietpreisen als Zweitwohnung vermietet oder als Ferienwohnung, als sie zu anständigen Preisen den Mitarbeitern des Ortes zur Verfügung zu stellen. Dabei wird vergessen, dass die Tourismusgebiete ohne Mitarbeiter keine Tourismusgebiete sind.
Außerdem fällt mir das Tempolimit auf den Schweizer Autobahnen ein....
In der Schweiz ist es nicht üblich, das Kost und Logis gratis sind. Im Gegenteil, sie sind oft sehr hoch, so dass viele in kleinen Personalzimmern wohnen. Dementsprechend ist das Gehalt jedoch höher, als es in sämtlichen Nachbarländern der Fall ist. Manche Hoteliers bieten auch den Angehörigen ihrer Mitarbeiter Spezialpreise an, wenn diese mal zu Besuch kommen.
In meiner Freizeit beschäftige ich mich mit allem, was mit Technik, Autos oder Computern zu tun hat. An freien Tagen mache ich meist mit meiner Freundin Tagesausflüge in die italienische Schweiz, besuche Freunde, die weit in der Schweiz verteilt sind, oder fahre in die nächste größere Stadt Chur zum Einkaufen oder um bei Mc Donalds zu essen. Der größte Vorteil der Schweiz gegenüber dem Arbeiten in anderen Ländern ist sicher das gute Gehalt. Natürlich ist hier auch alles viel teurer. Man muss sich sein Geld halt gut einteilen, wie überall, aber wenn man um Beispiel zusätzlich zum Arbeitsvertrag noch einen Mietvertrag für ein Mitarbeiterzimmer und einen Verpflegungsvertrag abschließt, kann man viel Geld einsparen. Für meine Zukunft stelle ich mir ein schönes kleines Restaurant auf Sizilien vor. Dann sehe ich auch meine Familie wieder öfter.“

Menschen genießen das schöne Wetter und die kühlen Drinks auf der Skihütte unter strahlend blauem himmel In der Nähe der Schweiz, aber noch in Österreich, am Montafon auf Vorarlberger Seite liegt der idyllische Ort Schruns. Der traditionelle Montafoner Baustil zieht sich durch den gesamten Ort, und macht die Atmosphäre angenehm, es gibt keine Industrie oder große Hotelbauten. Das Freizeitangebot deckt hier alle Ansprüche. Zum Beispiel erfreuen die längste Talabfahrt Österreichs mit 12,6 Kilometer und der längste Skitunnel mit 5%igem Gefälle die begeisterten Schifahrer. Auf 266 Pistenkilometern in sechs verschieden Schigebieten lässt sich der Winter hier genießen oder man dreht im Aktivpark in der Schlittschuhhalle ein paar Runden. Obwohl Schruns ein kleiner, eher verträumter Ort ist, gibt es genügend Möglichkeiten auch das Nachtleben zu genießen. In den verschiedenen Bars und „Stammkneipen“ treffen sich Hotelmitarbeiter gerne auf einen Erfahrungsaustausch. Für den späteren Abend gibt es in Schruns, aber auch in den Nachbarorten Diskos, die mit den Nachtbussen leicht erreichbar sind.

Stephan Schulz (Genießer Hotel Löwen- Schruns): „Ich komme aus Bielefeld und arbeite seit drei Jahren hier in Österreich im wellnessorientierten Löwenhotel im Service. Unser Hotel ist ein Saisonbetrieb und die Wintersaison geht von Dezember bis April. Für mich ist das Arbeiten in Österreich viel lukrativer als in Deutschland, ich verdiene hier geschätzt sicher 30 % mehr als in Deutschland für die gleiche Arbeit. Dazu kommt, dass Kost und Logis in Österreich inkludiert sind, so dass ich mir einiges ersparen kann. Das alles bei einem guten, herzlichen Arbeitsklima in sehr schöner Umgebung, was braucht man mehr? Für mich ist auch der Teildienst sehr entgegenkommend. So habe ich nachmittags immer fünf bis sechs Stunden frei, da kann ich herrlich Schi fahren oder wandern gehen. Die Schipässe bekommen Mitarbeiter auch um etwa 20% günstiger. Anfang Dezember startet hier eine große Saison-Opening-Party, wo sogar Autos verlost werden.“

26.09.2005