Ausgabe 048, Karriere-Tipps

Cash-Cow EURO 2008

Der österreichische Slogan „Expect Emotions“ macht nicht nur Stimmung für die Fußball-EM, sondern trifft auch auf die tollen Möglichkeiten für Jobsuchende und Unternehmer aus der Gastronomie und Hotellerie zu.


Ein Mann im Anzug öffnet die Cloche und darunter befindet sich ein Fußball auf Salat Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen des drittgrößten Sport-events der Welt und des größten Sportereignisses, das je in Österreich und der Schweiz stattfand. Im Zuge der Fußball-Europameisterschaft werden 16 Nationalmannschaften – darunter auch jene der beiden Gastgeberländer – in den acht Städten Wien, Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck, Basel, Zürich, Bern und Genf vom 7. bis zum 29. Juni um den Titel kämpfen.
Betrachtet man die wirtschaftlichen Aspekte der EM, so hat auch der Schweizer Slogan „Entdecke das Plus“ durchaus seine Berechtigung: Die „EURO 2008“ dürfte sich als ökonomischer Volltreffer erweisen. Sie soll allein für die österreichische Wirtschaft einen Wertschöpfungseffekt von 383 Mio. Euro bringen – den Löwenanteil von 221 Mio. durch Besucher und Touristen. In der Schweiz geht man von ähnlichen Zahlen aus. Darüber hinaus erwartet man angesichts einer TV-Reichweite von bis zu acht Milliarden Menschen (!) einen erheblichen Imagegewinn beider Länder, der sich auch in der Nachspielzeit auf die Tourismuszahlen auswirken soll.

Jobs bei der UEFA. Die Großveranstaltung sorgt aber direkt sowie indirekt auch für fast 6000 zusätzliche kurz- und mittelfristige Jobs in Österreich – und auch hierbei unterscheiden sich die prognostizierten Zahlen in der Schweiz nur unwesentlich. Das beginnt schon bei der UEFA selbst: Das für die EM-Organisation zuständige Tochterunternehmen Euro 2008 SA mit Sitz in Nyon in der Westschweiz und Tournament Offices in Bern und Wien hat zu diesem Zweck eine eigene Stellenbörse eingerichtet. Im Laufe des heurigen und kommenden Jahres sollen jeweils rund 50 neue Mitarbeiter eingestellt werden, kurz vor dem Turnier werden weitere 150 benötigt, so dass das Team im Sommer 2008 mit dem bereits bestehenden Personal an die 300 Personen umfassen wird.
Neben klassischen Verwaltungspositionen werden auch Stellen wie Hotel Coordinator oder Hospitality Sales Manager besetzt. Gesucht werden dynamische und teamfähige Bewerber, die mit Stress umgehen können, ein kundenfreundliches Verhalten zeigen sowie über Berufserfahrung und hervorragende Sprachkenntnisse verfügen. Die Verträge laufen mit Ende der EM aus, für eine möglichst effiziente Bearbeitung der Bewerbungen werden ausschließlich Online-Bewerbungen angenommen (siehe Kasten).


2:0 für DO & CO.Ein junger Koch hält einen Kochtopf mit einem Fußball darin Die weltweite Lizenz für Vermarktung und Verkauf der Hospitality-Programme vergab die UEFA an die britische Sport-, Unterhaltungs- und Medienfirma IMG. Sieben Prozent der insgesamt mehr als eine Million aufgelegten Eintrittskarten werden in Form von hochwertigen Tickets zum Verkauf angeboten, die beste Plätze, herausragende Gastronomie in den VIP-Bereichen der Stadien, persönliche Betreuung und ein zusätzliches Unterhaltungsangebot garantieren.
Auch im Produktionsbereich setzte man auf einen erfahrenen Partner: Für das komplette VIP-Catering in den österreichischen und Schweizer Stadien wird – wie schon bei der EM 2004 in Portugal – die österreichische DO & CO Restaurants & Catering AG verantwortlich zeichnen. Attila Dogudan: „In den acht EM-Stadien werden von uns 75.000 VIP-Gäste bewirtet.“ Das dürfte dem Unternehmen vermutlich mehr als 20 Mio. Euro zusätzlich einbringen und die Marke DO & CO endgültig in der internationalen Catering-Oberliga etablieren.
DO & CO ist jetzt schon in mehr als 20 Ländern weltweit aktiv und betreibt Gourmetküchen in New York, London, Mailand, Istanbul, Frankfurt, Berlin, München und Salzburg sowie mehrere Restaurants und ein Boutique-Hotel in Wien. Daneben sorgt DO & CO auch für kulinarische Genüsse in den First-Class-Lounges der Lufthansa in Frankfurt und des British Museum in London. Im Bereich Event-Catering ist DO & CO auf Sportgroßveranstaltungen spezialisiert, darunter Formel-1-Grand-Prix-Rennen, ATP- und WTA-Tennisturniere in Madrid, die Reiterweltspiele in Aachen und die Endspiele der UEFA Champions League.

Anforderungen und Bewerbung. Derzeit beschäftigt DO & CO mehr als 3000 Mitarbeiter. Bei der UEFA EURO 2004 in Portugal waren täglich mehr als 1000 Mitarbeiter und 18 Sattelschlepper im Einsatz, um für 135.622 Menüs zu sorgen. „In Österreich und der Schweiz werden es bei der EURO 2008 kaum weniger sein“, freut man sich über den Auftrag.
Dafür wird man bei DO & CO sicherlich zusätzliche Mitarbeiter benötigen, hält sich aber mit detaillierten Informationen noch bedeckt. Man kann allerdings davon ausgehen, dass die für DO & CO üblichen Qualifikationen gelten: Bewerber sollten über ein gepflegtes Äußeres und ein gutes Auftreten verfügen, Engagement und Kundenorientierung zeigen und natürlich Teamplayer-Qualitäten und eine hohe Belastbarkeit besitzen. Ebenfalls als wahrscheinlich gilt, dass die Bewerbung online oder per Post mit Lebenslauf und Foto an die Human-Resources-Abteilung von DO & CO zu richten ist (siehe Kasten).

Chancen für die Hotellerie. Für das Tourismusmarketing steht schon das heurige Jahr ganz im Zeichen der EURO 2008. So umfasst etwa das Werbepaket der Österreich Werbung mehr als 250 Marketingaktivitäten mit einem Sonderbudget von rund 12 Mio. Euro, darunter eine gemeinsam mit dem Schweiz Tourismus und der UEFA erstellte Broschüre mit Best-of-Packages, also preislich wie leistungsmäßig herausragenden Pauschalangeboten.
Für die Spieler dürften die Hotels schon bald feststehen. Die UEFA sandte ihren Mitgliederverbänden einen Katalog zu, der die Suche nach dem idealen Mannschaftsquartier erleichtern soll. Darin werden 37 Hotels empfohlen, 19 in Österreich und 18 in der Schweiz. Verständlicherweise sorgte dies für Unmut unter den nicht angeführten Hotels – und für einen erbitterten Wettkampf um die werbewirksamen Gäste.
Zahlenmäßig bedeutender sind natürlich die Zuschauer. „Mit der EURO 2008 kommen große Chancen auf uns zu“, sagt ÖHV-Präsident Schellhorn und laut dem stellvertretenden Generalsekretär der WKO, Reinhold Mitterlehner, kann die österreichische Hotellerie mit 900.000 zusätzlichen Gästen rechnen, die im Schnitt rund neun Nächte bleiben – schon jetzt gibt es für die Dauer der EM in keinem Wiener Fünfsternehotel ein freies Zimmer! Für die Schweiz gelten ähnliche Prognosen und in den Grenzregionen zu Salzburg, Innsbruck und Basel dürfte sogar die deutsche Hotellerie noch ein wenig mitnaschen.


Herausforderung.ein Fußball auf einer Salatgarnitur Für die Gastronomie gilt laut einhelliger Expertenmeinung: Wer es schafft, ein mobiles Angebot auf den Fanmeilen zu etablieren, wird zu den Hauptgewinnern gehören. Dort wird das große Geld gemacht. In Wien soll die Ringstraße zwischen Rathausplatz und Hofburg zu einem riesigen Fanpark umfunktioniert werden, ähnliche Fanmeilen sollen auch in der Hofstallgasse in Salzburg, beim Messezentrum Klagenfurt, am Bergisel in Innsbruck, zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof in Basel, am Seebecken in Zürich, auf dem Bundes- und Waisenhausplatz in Bern sowie zwischen Bahnhof und Plaine de Plainpalais in Genf errichtet werden. Durch das „Public Viewing“ können sogar Städte profitieren, in denen keine Spiele ausgetragen werden. So sind Fanmeilen auch in Städten wie Graz vorgesehen. Die Lizenzen für die Gastronomie in den Meilen sind bei den Organisatoren zu erwerben (siehe Kasten).Gastronomiebetriebe, die TV-Übertragungen der Spiele anbieten, können vermutlich auch so manchen zusätzlichen Gast anlocken: „Die Übertragungen im bisher üblichen Rahmen bedürfen keiner speziellen Genehmigung. Dort, wo aber Übertragungen für größere Zuschauermengen geplant werden, um daraus einen kommerziellen Erfolg zu erzielen, ist die Kontaktaufnahme mit der UEFA für eine Lizenz ratsam“, so Mag. Höftberger von der WKO über die rechtlichen Aspekte. Lokale, die kein EM-Feeling herüberbringen, sollten dagegen keine allzu hohen Erwartungen haben …Gewarnt seien auch alle Trittbrettfahrer in Sachen Werbung! Dem so genannten „Ambush-Marketing“ soll das Rechtsschutzprogramm der UEFA einen Riegel vorschieben, wie Lukas Achermann, Business Affairs Manager der UEFA, deutlich machte. So dürfen geschützte Marken (Logos, Maskottchen und die Bezeichnung „UEFA EURO 2008“) nicht ohne Erlaubnis des Inhabers – also der UEFA – von Unternehmen für eigene Werbezwecke verwendet werden. Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs wie „Fußball“, „Europameisterschaft“ oder „2008“ können dagegen beliebig genutzt werden – solange der Eindruck vermieden wird, das werbende Unternehmen sei ein offizieller Partner der UEFA.

Catering Tipp

Perfekter Kaffeegenuss im
Catering-Betrieb


 
Großveranstaltungen wie die Euro 2008 stellen Caterer vor die große Herausforderung, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele hochwertige Kaffeespezialitäten anzubieten. Dank Nespresso ist dies in eindrucksvoller Weise zu bewerkstelligen:
Die Maschinen sind einfach zu transportieren und in zwei Minuten einsatzbereit.
Die Geräte arbeiten sehr leise und können daher auch während des Spiels oder der TV-Übertragung verwendet werden.
Die Wartezeit der im Fußballfieber befindlichen Kaffeeliebhaber wird mit Nespresso deutlich verkürzt.
Als Promotion-Service können Catering-Firmen bei für sie außergewöhnlich großen Veranstaltungen kostenlos Maschinen ausborgen.
Die Geräte warten mit einer einstellbaren Kaffeetemperatur für kalte Tassen auf.
Nespresso ist eine sehr bekannte Marke und hat sich als High-Class-Qualitätsprodukt etabliert.
6 Varietäten ermöglichen dem Gast eine große Auswahl an unterschiedlichen Sorten.
Die Servicemitarbeiter brauchen keine Baristi zu sein – der Kaffee ist auch bei ungeschultem Servicepersonal immer von höchster Qualität.
Man kann dem Kunden Portionen verrechnen und muss den Kaffee nicht pauschalieren.
Es gibt keinen Kaffeeschwund bei oder nach einer Veranstaltung, zumal die NBCS-Kapseln mit Haushaltsmaschinen nicht kompatibel sind.



INFOBRIEF
Tipps und Kontaktadressen
für Jobsuchende
 
Das für die Organisation zuständige Unternehmen Euro 2008 SA sucht bis zum Beginn der EM rund 250 Mitarbeiter.
Dazu gehören auch Stellen aus dem Bereich Gastronomie und Hotellerie wie Hotel Coordinator oder Hospitality Sales Manager.
Gesucht werden belastbare Mitarbeiter mit einschlägiger Berufserfahrung und hervorragenden Sprachkenntnissen.
Freie Positionen sind auf der Website der Euro 2008 SA in der Rubrik Jobs ersichtlich.
Euro 2008 SA hat zu diesem Zweck auf ihrer Website eine eigene Stellenbörse eingerichtet. Die Bewerbung hat nur online zu erfolgen.

Bewerbungen an:
Website: www.euro2008.com/jobs

 
Der exklusive Caterer DO & CO wird für den VIP-Catering-Bereich in allen acht Stadien in Österreich und der Schweiz wohl ebenfalls zusätzliche Mitarbeiter benötigen.
Da man sich noch in der Planungsphase der Veranstaltung befindet, wollte man bei DO & CO aber noch keine detaillierten Informationen dazu preisgeben.
Bewerber bei DO & CO müssen aber stets ein gepflegtes Äußeres und ein gutes Auftreten haben.
Besonderen Wert legt man bei DO & CO auch darauf, dass die Interessenten ein hohes Maß an Teamfähigkeit, Kundenorientierung und Belastbarkeit besitzen.
Die Bewerbungen sind vermutlich online oder schriftlich mit Lebenslauf und Foto bei der Human-Resources-Abteilung einzureichen. Ab wann dies erfolgen kann, wird erst bekannt gegeben.

Bewerbungen an:
DO & CO Restaurants & Catering AG
Human Resources
Dampfmühlgasse 5
A-1110 Wien
Website: www.doco.com – Career Opportunities


Info:

Tipps und Kontaktadressen
für Hoteliers und Gastronomen
 
Die österreichische und die Schweizer Hotellerie können mit jeweils rund 900.000 zusätzlichen Gästen rechnen.
Die Gäste werden durchschnittlich neun Nächte lang bleiben.
Besonders punkten können jene Hotels, die mit preislich wie leistungsmäßig herausragenden Pauschalangeboten aufwarten.
Detaillierte Informationen für Hoteliers und Gastronomen zum Thema EURO 2008 bieten folgende Institutionen an:
UEFA:
Website: www.euro2008.com
Wirtschaftskammer Österreich:
Website: www.em2008.wko.at
Schweizerische Industrie- und Handelskammern
Website: www.cci.ch

 
Bei den Gastronomen werden vor allem jene von der EM profitieren, die sich einen mobilen Verkaufsplatz in einer der Fanzonen sichern können.
Diese Fanmeilen werden in allen acht Austragungsorten sowie vermutlich auch in anderen großen Städten eingerichtet.
Auch Gastronomiebetriebe, die TV-Übertragungen der Spiele anbieten, können noch zusätzliche Gäste anlocken. Übertragungen in größerem Rahmen sind allerdings genehmigungspflichtig!
Gastronomen, die eine Lizenz für den mobilen Einsatz in einer der Fanmeilen erwerben wollen, wenden sich an folgende

20.03.2007