Ausgabe 074, Management-Tipps

The next Generation

Hofübergabe! Bei einem Generationswechsel im Unternehmen kann es zu vielen Problemen und Streitereien kommen – wer es aber richtig macht, hat das Zeug dazu, seinen Betrieb sehr erfolgreich und einzigartig zu machen.

ein Generationswechsel im Unternehmen


Generationswechsel haben es meist in sich. Oft sind viele Emotionen im Spiel – Begriffe wie Abschied, neue Chance, Verantwortung, Loslassen, Vertrauen, Tolerieren oder Respekt schwirren in der Luft umher. Nicht alle Betriebe haben eine reibungslose Übergabe geschafft – viele aber auch mustergültig. Worauf kommt es also bei der Hofübergabe wirklich an?

Rechtliches Zunächst einmal sollte man alle wichtigen Grundsätze klären: Wer übernimmt welche Rolle? Wie kann diese gelebt werden? Welche unausgesprochenen Erwartungen gibt es von Eltern, Kindern oder Geschwistern? Wer übernimmt wann und zu welchen Bedingungen den Betrieb?
Mit der Übergabevertragserstellung wird üblicherweise ein Notar oder ein Rechtsanwalt beauftragt, erst wenn für alle Beteiligten klar ist, welche Rechte und Pflichten sie mit diesem Vertrag eingehen, und sie damit einverstanden sind, wird unterschrieben. Bei Konflikten sollten Sie auf jeden Fall eine professionelle Hilfe durch Familienberater in Anspruch nehmen.
Nach der erfolgten Übergabe sind gegebenenfalls die Verträge mit Kunden und Lieferanten anzupassen, Versicherungen zu kündigen oder neu abzuschließen sowie die Zeichnungsberechtigungen bei den Bankkonten neu zu regeln. Denken Sie daran, in allen Dokumenten und Briefen den Namen des neuen Geschäftsführers einzutragen.



4-Mäderl-Haus Ein weiteres Topfamilienunternehmen ist die Steigenberger Hotel Group.
In ungeahnte Höhen Die richtige Durchführung eines Generationswechsels ist also von größter Bedeutung. „Bei uns gab es ein Jahr Vorbereitungszeit“, erzählt Heinz ­Hanner, der 1990 das Hotel und die zwei Restaurants von den Eltern übernommen hat und der heute mit seinem Relais & Châteaux Hanner einen Genusstempel in Mayerling geschaffen hat. „Wir haben uns zunächst ausführlich erkundigt, welche, finanztechnisch gesehen, die beste und sinnvollste Methode für die Übergabe ist, ohne allzu viele Steuern bezahlen zu müssen. Und dann mussten wir uns natürlich über den technischen Ablauf einigen. Das Ergebnis war, dass ich allein – ohne meine zwei Schwestern – das Haus übernehme und meinen Eltern eine lebenslange Leibrente bezahle.“ Vor 18 Jahren hat Hanner also sein Imperium übernommen, „mitsamt allen Waren, behördlichen Hürden und auch den Schulden“, kann er heute über diese nicht immer einfache Zeit schmunzeln.
Ein definitiv wichtiger Punkt ist...

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17.10.2005