Ausgabe 079, F&B Know-how

Bioniere gegen die Krise

Umsatzbringer Bio-Wein: Laut einer aktuellen Karmasin-Studie stehen beim Konsumenten Bio-Lebensmittel mit einem Plus von 15 Prozent an geplanten Mehrausgaben an erster Stelle.

Fotos: beigestellt
drei Flaschen Bio-Wein

Für die Betreiber des Bio-Hotels Daberer in St. Daniel im Gailtal hat die steigende Beliebtheit von Bio-Wein keinen News-Wert. Seit Jahren ist man ausgebucht, nicht zuletzt auch wegen der Küche, die auf vollwertige (nicht nur vegetarische) Nahrungsmittel aus der unmittelbaren Umgebung setzt. In der Weinkarte natürlich auch eine „biologische“ stößt man ziemlich oft auf den Vermerk „Ausgetrunken“, also auf das Symbol für glücklich trinkende Gäste, zufriedene Wirte und Winzer.

Einer der Jungstars unter den Bio-Winzern ist Alwin Jurtschitsch vom gleichnamigen Leitbetrieb im österreichischen Langenlois. Nach dem Studium in der deutschen Kaderschmiede Geisenheim zog es den jungen Mann auf eine australische Farm mit Permakultur, dann zu einem Aufforstungsprojekt in den Regenwald Ecuadors. Diverse Weingüter in Neuseeland und anderswo folgten. Seine ungeplante Rückkehr ins Heimathaus machte er von der Bedingung abhängig, alle Weingärten umzustellen. Was oft bedeutet, dass ein sandalenbeschuhter Bart- und Latzhosenträger drei Rebstöcke an die Natur zurückgibt. Im Falle Jurtschitsch geht es um andere Dimensionen, um immerhin auch international beachtliche 69 Hektar Weingärten.

Herkömmlicher Weinbau ist nicht Kultur, sondern Monokultur. Der Weg in die Zukunft ist teilweise auch ein Weg zurück zur ursprünglichen Vielfalt, zur Biodiversität. Der Boden ist die Basis. Um ihn zu stärken, arbeiten etliche Bio-Weinbauern mit Kompostdung. Aus einer Million Kilogramm Kuhdung (selbstverständlich von Bio-Rindern), Stroh, Häckselgut, Gesteinsmehl und Luzerne (eine Klee-Art, die Eiweiß und Proteine liefert) entsteht Kompostdung, der dem Boden alle wichtigen Informationen liefert. Natürlich kommen auch die Trauben in Tresterform wieder dorthin zurück, wo sie gewachsen sind.

Im herausfordernden Weinjahr 2008 war etwa Peronospera, der unechte Mehltau, das große Thema. Zusammen mit…


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31.03.2009